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Teile der Stadtmauer kehren zurück

(27.08.2020)
Auf Initiative des Verschönerungsvereines ist es gelungen, zehn Kragsteine der Stadtmauer aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken und in die Stadt zu holen.

Die Kragsteine aus dem 16. Jahrhundert stammen ursprünglich aus einem Steinbruch am Kreuzbergl. Sie sind etwa mannshoch und haben an der Front eine runde Auswölbung.

Die Steine wurden etwa seit dem zweiten Weltkrieg auf einem Grundstück in Krumpendorf gelagert. Jetzt befinden sie sich in einem Depot der Landeshauptstadt, wo sie für eine mögliche weitere Verwendung aufbewahrt werden.

Die „Rückholaktion“ wurde von den Klagenfurter Stadtrichtern finanziert. „Ich möchte mich bei Gemeinderat Erich Wappis, dem Obmann des Verschönerungsvereines, sowie bei den Stadtrichtern bedanken, die diese wertvollen Zeitzeugen der Klagenfurter Geschichte aus dem Dornröschenschlaf geholt haben und an ihren Ursprungsort zurückgebracht haben“, sagt Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz.

„Die Rückholaktion der Kragsteine ist ein wichtiger Schritt, um den Erhalt der Klagenfurter Stadtmauer langfristig zu sichern. Die Stadtrichter zeigen mit dieser Aktion einmal mehr ihre Verbundenheit zu unserer Stadt“, so Gemeinderat Erich Wappis.

Zum Hintergrund der Stadtmauer:
Die erste Stadtbefestigung war einst durch die Gebrüder Heidenreich und Albrecht von Halleg zur Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet worden. 1514 wurde schließlich Klagenfurt von einem verheerenden Feuer zerstört. 1518 schenkte Kaiser Maximilian die Stadt den Kärntner Landständen als erbliches Eigentum - mit der Auflage, die Stadt wiederaufzubauen und zu befestigen.

1534 begann man mit dem Bau einer großen Befestigungsanlage nach den Plänen des Festungsbaumeisters Domenico dell´Allio in altitalienischer Befestigungsmanier. Die Bauarbeiten wurden schließlich 1591 abgeschlossen.

Rund 200 Jahre später - 1799 – wurde Klagenfurt von den Truppen Napoleons besetzt. Bei ihrem Abzug 1809/10 sprengten sie den Festungsgürtel mit Ausnahme des Völkermarkter Tores, welches 1867 geschleift wurde.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte die teilweise Einebnung der Wallanlagen und das Zuschütten des Stadtgrabens. Reste der Stadtmauer sind zum Beispiel am Villacher Ring zwischen Rothauer-Hochhaus und der Kolping-Residenz vorhanden.

Auch an der Westseite des Hauses am Stauderplatz 3 sind noch Reste des ehemaligen Villacher Tores und der Stadtmauer erhalten.

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