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Öffentlicher Verkehr wird attraktiver

(17.02.2020)
Land und Stadt präsentieren gemeinsam ein Paket für den Öffentlichen Verkehr im Rahmen des ÖV Reformplans 2020+ und für den Klimaschutz.

4,8 Millionen Euro fließen vom Land Kärnten als Impulspaket in das ÖV-Angebot und in eine engere Kooperation zwischen Stadt und Verkehrsverbund. „Unsere Städte bieten das größte Potential für den Umstieg auf den öffentlichen Verkehr und leisten einen wesentlichen quantitativen Beitrag zum Klimaschutz. Das wird allen Fahrgästen und der Umwelt zu Gute kommen“, so der Mobilitätslandesrat Sebastian Schuschnig, der am Montag gemeinsam mit Umweltreferentin Mag. Sara Schaar, Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz, Wirtschaftsreferent Stadtrat Markus Geiger und Umweltreferent Stadtrat Frank Frey das neue Angebot bei einer Pressekonferenz präsentierte.

Bis 2030 bzw. bis 2050 seien österreichweit und in ganz Europa Klimaschutzziele zu erreichen, „eine große Herausforderung, die wir ohne Umdenken in der Mobilität und in der Anwendung erneuerbarer Energien nur schwer erreichen werden“, erläutert Schaar. Einig sind sich die beiden Landesräte, dass dabei der Umstieg auf den öffentlichen Verkehr eine zentrale Rolle spielt: „Investitionen in den öffentlichen Verkehr sind somit die besten Investitionen für unser aller Zukunft. Eine Attraktivierung der Mobilität im Stadtverkehr hat aus Umweltsicht das größte Potential, mit relativ schnell umsetzbaren Maßnahmen viel für den Klimaschutz zu erreichen. Pro Kilometer haben Linienbusse einen um 77 % niedrigeren Energieverbrauch als Diesel-PKW“, so Schaar.

Beschlossen werden soll das mit 4,8 Millionen Euro dotierte Impulspaket in der nächsten Sitzung des Stadtsenates. Ein wesentlicher Teil des Pakets sei für Schuschnig die damit gesicherte Teilintegration des Stadtverkehrs Klagenfurt in den Kärntner Verkehrsverbund. Verkehrslandesrat Schuschnig: „Wir führen damit zusammen, was zusammengehört. Die Stadt Klagenfurt und der Verkehrsverbund werden künftig enger kooperieren, um für die Fahrgäste Synergien zu heben und das Angebot besser abzustimmen.“ Durch die verstärkte Kooperation soll es künftig möglich sein, dass Fahrgäste mit einem Ticket der Klagenfurt Mobil GmbH auch innerhalb des Stadtgebiets einen Bus des Verkehrsverbundes nutzen können. Auch können dadurch künftig Regionalbusse die Haltestellen des Stadtverkehrs bedienen. Davon umfasst sei außerdem die gemeinsame Planung des Angebots. „Ein Meilenstein für die Kärntner Verkehrsplanung“, so Schuschnig. Kein Fahrgast verstehe, so der Verkehrslandesrat, warum man nicht die Planung und die Organisation zusammenführt. LR.in Schaar ergänzt, dass dies einen positiven Effekt zur CO2-Reduktion bringt.

Besonders hebt Schuschnig hervor, dass mit dem Impulspaket, wie von ihm angekündigt, auch der Stadtzuschlag ab Mai 2020 abgeschafft werde. „Damit werden Pendler künftig mit bis zu 290 Euro im Jahr entlastet“. Im Sinne der Nutzer wird damit auch die Tarifstruktur kundenfreundlicher und einfacher. „Ich habe den ÖV Reformplan 2020+ ins Leben gerufen, um der Mobilität in Kärnten ein echtes Update zu verpassen. Heute bringen wir die erste entscheidende Maßnahme des Reformplans auf Schiene“, so Schuschnig. LR.in Schaar weist auf einen ersten, sehr wesentlichen Meilenstein zur Klima-Agenda Kärnten hin.

Mit den Investitionen wird auch die erfolgreiche Ost-West-Linie B in Klagenfurt maßgeblich unterstützt. „Ich halte einen starken Schulterschluss zwischen der Stadt und dem Verkehrsverbund verkehrspolitisch für den absolut richtigen Schritt. Damit sind Planung und Organisation künftig ohne Ressourcenverlust möglich“, begrüßt Bürgermeisterin Mathiaschitz das neue Impulspaket und den verkehrspolitischen Schulterschluss. „Mit dem Paket kommen wir unserem langfristigen Ziel, eine 10-Minuten-Taktung bei den wichtigsten drei Hauptlinien im Stadtgebiet anzubieten, einen großen Schritt näher. Mit der Einführung der Linie B, die zwischen Welzenegg und dem Hauptbahnhof verkehrt, und der im Herbst startenden Erweiterung zur Universität und dem Lake Side Park, zeigen wir, wie attraktiv öffentlicher Verkehr sein kann“, sagt Mathiaschitz und weiter: „Die Stadt hat das Budget aufgestockt, um das Angebot zu erweitern und mehr Menschen für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Mit der Linie B haben wir auf eigenen Kosten bewiesen, dass Investitionen in das Angebot zu deutlichen Steigerungen der Fahrgastzahlen führen.“

Für Stadtrat Frey ist das neue Stadtpaket „ein Riesenschritt hin zu einer modernen und klimafreundlichen Mobilität. Als Stadt sind wir dazu rechtzeitig in Vorleistung gegangen, haben die Klagenfurt Mobil Gesellschaft gegründet und eigene Mittel in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) investiert, um das Angebot nachhaltig auszubauen. Damit haben wir die entscheidenden Weichen für einen attraktiven innerstädtischen Verkehr gestellt, auf deren Basis wir die Linie B als Erfolgsprojekt realisieren konnten“. Für ihn ist diese Kooperation ein historischer Schritt, „weil wir damit das erste Mal eine finanzielle Kooperation zwischen Stadt und Land erreicht haben – im Sinne von Klimaschutz und moderner Mobilität“, so Frey.

StR. Markus Geiger hebt hervor, man „schaffe damit für alle ÖV-Nutzer mehr Qualität und berücksichtige die 35.000 Pendlerinnen und Pendler, die täglich nach Klagenfurt einpendeln. Pendler haben nicht nur den Mehrwert jetzt direkt zum Arbeitsplatz zu gelangen, sondern auch den gesamten innerstädtischen Verkehr ideal nutzen zu können, beispielsweise für Einkäufe und Erledigungen. Davon profitieren auch unsere Geschäftslokale sowie die innerstädtische Bevölkerung. Mit der 10-Minuten-Taktung der Linie B schaffen wir außerdem für unsere Touristen und Tagesbesucher ein attraktives Verkehrsangebot“.

Einig sind sich die Vertreter von Stadt und Land beim Thema Budget: „Wir werden in den nächsten Jahren deutlich mehr in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren müssen. Diesen Appell richtigen wir auch an die Bundesregierung.“

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