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Hallenbad: Suche nach Innovationspartner startet

(26.01.2020)
Nächster Schritt für die Umsetzung des neuen Klagenfurter Hallenbades. Mit Ende Jänner soll die europaweite Suche nach einem Innovationspartner beginnen. Stadtwerke und Regierungskoalition stellten die Vorgangsweise vor.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz erläuterte das Vorhaben, das einen noch sehr neuen Weg darstellt. Denn die Suche nach einem Innovationspartner ist wesentlich komplexer als jene nach einem Investor.

Beim Vergabeverfahren für einen Innovationspartner gibt die Stadt gewisse Parameter vor. In diesem Fall sind dies vor allem leistbare, familienfreundliche, soziale Eintrittspreise, 50-Meter-Bahn, nachhaltige Energiegewinnung, das unter Beiziehung eines Bürgerrates entwickelte Nucleusmodell der Stadtwerke, Beachtung des Leitbildes mit Smart City Vorgaben und vieles mehr.

Der Unterschied zur Investorensuche ist, dass man dann gemeinsam das Vorhaben bis zur Baureife entwickelt.

Die Einreichfrist wird bis Mitte März 2020 gehen, dann sollen die verschiedenen Pläne von einer externen Kommission (ohne Politik und ohne Beamte der Stadt) bewertet werden. Bei dieser Expertenrunde werden unter anderen Fachleute aus den Bereichen, Bäder, Wirtschaft, Technik, Architektur, Landschaftsplanung, Verkehrsplanung und nachhaltige Energie vertreten sein.

„Im Herbst sollte der Innovationspartner feststehen, mit dem wir uns dann gemeinsam an die Entwicklungsarbeit machen. Dafür ist ungefähr ein Jahr eingeplant. Es ist eine ganz neue Art an ein Projekt heranzugehen, bis jetzt gibt es in Österreich nur eine Innovationspartnerschaft“, sagte Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz bei der Präsentation.

DI Erwin Smole, Vorstandsdirektor der Stadtwerke, stellte fest, dass nun ein wichtiger Zeitpunkt auf dem Weg zu einem neuen Hallenbad sei. Die Stadtwerke werden ihren finanziellen Beitrag leisten und dafür wie üblich einen Finanzierungsplan erstellen. Die genauen Rahmenbedingungen und Summen könnten natürlich aber erst nach der Wahl des Innovationspartners und der Festlegung der Planung errechnet werden.

Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler sieht das neue Hallenbad als wichtigen Abschluss der „sportlichen Perlenkette“ im Westen der Stadt. Stadtrat Markus Geiger freute sich, dass die Vorbereitungen für die rechtlich hochkomplizierte Ausschreibung und die Schritte zu einem neuen Hallenbad in der Koalitionsarbeit so einhellig und lösungsorientiert erfolgen und Stadtrat Frank Frey wünscht sich, dass das neue Hallenbad am besten 100 Jahre halten soll.

Die genauen Details

Derzeit besteht in der Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee ein Hallenbad, das von der Stadtwerke Klagenfurt AG betrieben wird und dessen technische Nutzungsdauer zu Ende geht. Die Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee hat deshalb den Neubau eines Sport- und Vitalbades in Klagenfurt am Grundstück gegenüber dem Freizeitpark Minimundus beschlossen. Durch den Erwerb der Portam Bauträger GmbH und der damit verbundenen Rechte durch die Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee steht nunmehr ein rund 7,5 ha großes, zusammenhängendes Planungsgebiet zur Verfügung, dass die Entwicklung des Vitalbades in einer einzigartigen Form als Leuchtturmprojekt „Sport, Familie- und Gesundheit“ ermöglicht.

Der Klagenfurter Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 15. Oktober 2019 beschlossen, aufgrund des „neu entstehenden Entwicklungspotenzials im Hinblick auf die beabsichtigte Errichtung eines Sport- und Vitalbads ergibt sich die Möglichkeit, die Suche nach einem strategischen Partner zu evaluieren und durchzuführen. Eine strategische Partnersuche hat sich auf die Segmente Vitalität, Gesundheit, Freizeit & Sport zu konzentrieren und hat bevorzugt im Wege einer Innovationspartnerschaft (eine vergaberechtlich neu geschaffene Möglichkeit der Ausschreibung) zu erfolgen. Mit der Evaluierung und Durchführung der strategischen Partnersuche wird die Rechtsanwaltskanzlei WMWP beauftragt.“

Diesen Beschluss des Gemeinderates folgend hat die Rechtsanwaltskanzlei WMWP Rechtsanwälte in der Folge Teilnahmeunterlagen, die als Grundlage für das vergaberechtliche Verfahren dienen, ausgearbeitet.

Was ist eine Innovationspartnerschaft?

Im Unterschied zu den herkömmlichen Vergabeverfahren regeln die gesetzlichen Bestimmungen zur Innovationspartnerschaft nicht nur die Ausschreibung des Vertrages (Ausschreibungsphase), sondern auch die Durchführung der Innovationspartnerschaft nach Vertragsabschluss (Entwicklungsphase und Erwerbsphase). Die Innovationspartnerschaft wir somit in drei Phasen unterteilt:

  • Ausschreibungsphase
  • Entwicklungsphase
  • Erwerbsphase

In der Ausschreibungsphase werden mittels zweistufigen Vergabeverfahren die Vertragspartner ermittelt. Nach der Zuschlagserteilung beginnt die Entwicklungsphase: Hier entwickeln die Entwicklungspartner die Innovation.

Bei der Umsetzung des Projektes sollen sowohl im Hinblick auf die Nachhaltigkeit als auch auf eine wirtschaftliche Betriebsführung „neue Wege“ beschritten werden. Aufgrund der in den Ausschreibungsunterlagen angeführten Vorgaben des Auftraggebers soll in Klagenfurt ein beispielgebendes Leuchtturmprojekt mit dem Schwerpunkt „Sport, Familie und Gesundheit“ entwickelt werden, das im Sinne einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Betriebsführung mit zusätzlichen Nutzungen verknüpft werden kann.

Die im Rahmen des Bürgerbeteiligungsverfahrens erlangten Erkenntnisse und der ausgearbeitete Kriterienkatalog sind dabei ebenso inhaltlicher Bestandteil der Ausschreibungsunterlagen wie der erarbeitete und beschlossene USB, das Konzept des Sport- und Bewegungsbogens Klagenfurt sowie die geleisteten Planungsvorarbeiten der Stadtwerke Klagenfurt AG.

Für Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz ist diese Vorgangsweise am erweiterten Grundstück eine einmalige Gelegenheit ein Leuchtturmprojekt für Klagenfurt zu realisieren. Mit einem geeigneten Innovationspartner soll sichergestellt werde, dass auch die Vorgabe sowohl sozialverträgliche Tarife als auch ein wirtschaftlicher Betrieb sichergestellt werden kann. Mit der gewählten Vorgangsweise und dem Beschluss im Stadtsenat ist sichergestellt, dass die Realisierung des Projektes „Sport- und Vitalbad Klagenfurt“ im zeitlichen Rahmen bleibt und dem Beschluss im Gemeinderat Rechnung getragen wird.

Die Erwartungshaltung von Stadtrat Markus Geiger ist, das mit einem geeigneten Partner die Realisierung des Gesamtprojektes wirtschaftlicher und für den Tourismus attraktiver realisiert werden kann. Geiger erhofft sich damit auch eine Senkung der Kosten für die Stadt Klagenfurt und die Stadtwerke AG. Für Geiger ist das Projekt „Sport- und Vitalbad Klagenfurt“ ein wichtiger wirtschaftsbelebender Motor der nachhaltig Arbeitsplätze für Klagenfurt sichern soll.

Für Stadtrat Frank Frey ist es wichtig, dass der zu findende Partner vor allem eine Innovation im Bereich der Anwendung neuer Energieformen mitbringt und mit dem gemeinsam ein CO2-neutrales, energieautarkes Vorzeigeprojekt verwirklicht werden kann. Im Rahmen eines innovativen Energiekonzeptes sollten Formen der Geothermie und der Wärmenutzung des nahegelegenen Wörtherseewassers mitberücksichtigt werden. Mit einem starken Partner an der Seite sollte es gelingen durch eine nachhaltige Bauweise sicherzustellen, dass das neu zu errichtende Vitalbad in einer Bauform errichtet wird, die den nächsten 100 Jahren standhält.

Für Sport- und Planungsreferent Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler ist der Schwerpunkt als Sportbad sehr wichtig: „Endlich können wir mit dem neuen Hallenbad den Wünschen unserer Sportvereine nachkommen und ein 50-Meter Becken zur Verfügung stellen.“ Damit sei das neue Sport- und Vitalbad die perfekte Ergänzung für die Klagenfurter Sportspange, die von der Leichtathletikanlage über den Sportpark zum Universitätssportinstitut, den Laufstrecken, den ansässigen Wassersportvereinen bis zur Stocksportanlage, zur Boulderhalle und dem Tenniszentrum reiche. „Die angestrebte Gesamtentwicklung des Standortes nach der Maßgabe unserer Smart-City Strategie eröffnet eine einmalige Chance im Sinne einer qualitätsvollen Stadtentwicklung. Mit einem Innovationspartner lässt sich dies leichter und zukunftsweisender realisieren“, sagt Sportreferent Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler.

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