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Erster Maria-Tusch-Frauenpreis vergeben

(06.03.2020)
Maria Tusch war Klagenfurterin, Tabakarbeiterin, Gewerkschafterin, engagierte Frauenrechtlerin und ist jetzt Namensgeberin für den erste Frauenpreis der Stadt.

 Damit wurde die Leiterin des Gewaltschutzzentrums Kärnten, Mag. Roswitha Bucher ausgezeichnet.

Der große Saal im Schloss Loretto war bei der Festveranstaltung zur Preisverleihung bis auf den letzten Platz besetzt. Die Klagenfurter Frauenbeauftragte und Leiterin des städtischen Frauenbüros Mag. Astrid Malle konnte viele Ehrengäste unter ihnen Vzbgm. Wolfgang Germ, zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Gemeinderat und Landtag sowie von Klagenfurter Fraueninstitutionen begrüßen.

Der Maria-Tusch-Frauenpreis der Landeshauptstadt soll Frauen vor den Vorhang holen, die sich mit herausragendem Engagement für Mädchen Frauen und Gechlechtergleichstellung einsetzen. Dotiert ist der Preis mit 3.000 Euro, die Skulptur dafür schuf die Kärntner Künstlerin Ina Loitzl. Namensgeberin ist Maria Tusch (1868 – 1939), eine Klagenfurter Tabakarbeiterin, lediges Kind einer Landarbeiterin, Gewerkschafterin, Politikerin. Als Arbeiterin in der Fabrik der Austria Tabakregie kämpfte sie für bessere Arbeitsbedingungen für Frauen und schon damals für die Besserstellung der Frauen. Sie wurde Obfrau der Tabakarbeiterschaft, Mitglied des Gemeindeausschusses St. Ruprecht (damals noch eigenständige Gemeinde) und schließlich auch Nationalratsabgeordnete in der Ersten Republik. Ihr Grab befindet sich am Friedhof St. Ruprecht.

„Frauen, Ihr müßt selbstbewusst werden“, mit diesem Satz beendete Maria Tusch viele ihrer Reden und diesen stellte Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz auch ihrer Rede voran. „Mit Roswitha Bucher zeichnen wir heute eine Frau aus, die diese Maxime lebt und selbstbewusst gegen Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft auftritt“, so die Bürgermeisterin.

Mag. Roswitha Bucher absolvierte ein Praktikum im Frauenhaus und wurde dort mit den Folgen der Gewalt gegen Frauen konfrontiert. Ihr Ziel war und ist es Menschen, die Gewalt erleiden müssen, kompetent zu beraten und zu begleiten. 1998 begann sie mit der Konzeption des Gewaltschutzzentrums Kärnten, seit 1999 leitet sie dieses als Geschäftsführerin. Wie notwendig eine solche Einrichtung mit einer engagierten Führung ist, zeigen die Zahlen: 13.290 Menschen (11.985 Frauen und 1.495 Männer) suchten in den vergangenen Jahren hier Hilfe.

Bürgermeisterin Dr. Maria-Luise Mathiaschitz hob die Leistungen von Roswitha Bucher im Kampf gegen häusliche Gewalt und für Sensibilisierung der Menschen hervor und freute sich, dass mit der Leiterin des Gewaltschutzzentrunms eine so würdige Trägerin des ersten Maria-Tusch-Preises ausgewählt worden ist. Insgesamt gab es für diese erste Preisvergabe fünf Einreichung, der Entscheid fiel durch eine Jury.

Mit herzlichen Worten dankte Mag. Roswitha Bucher für die Anerkennung, zählte auf, wieviel bereits für die Gleichstellung der Frau erreicht worden ist, dass es aber noch viel zu tun gebe und man in den Anstrengungen dafür nicht nachlassen dürfe.

Die stimmungsvolle Feier, organisiert vom Klagenfurter Frauenbüro, wurde mit einer inszenierten Rede von Maria Tusch alias Sara Kühl und einem Konzert der „Kusimaten“ begleitet.

Blick in den vollbesetzten Saal©StadtPresse
Konzert der Damengruppe "Kusimaten".©StadtPresse/Bauer
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