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Gedenken zum Tag der Befreiung des KZ Dachau

(30.04.2021)
Am 29. April jährte sich nicht nur der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers in Dachau zum 76. Mal. Seit 47 Jahren verbindet die Landeshauptstadt Klagenfurt am Wörthersee und die Kreisstadt Dachau eine aktive Städtepartnerschaft, die Bürgermeister Christian Scheider weiter intensivieren will. Corona-bedingt ohne Festakt aber mit persönlicher Botschaft.

„Es ist schade, dass es dieses Jahr pandemiebedingt nicht möglich ist, unsere Partnerstadt Dachau zum Jahrestag der Befreiung persönlich zu besuchen. Ich denke dieser Tage aber besonders an das Memorial und habe unseren Partnern in Dachau zum Ausdruck gebracht, dass ich die Partnerschaft weiter intensivieren und auch das Gedenken an die Opfer des NS-Regimes in Klagenfurt weiter ausbauen will“, erklärte der Klagenfurter Bürgermeister Christian Scheider am Freitag.

Gedenken im Rahmen der digitalen Möglichkeiten

Die Stolpersteine und Gedenkstätten waren bereits „wichtige Säulen der Bewusstseinsbildung“, jetzt sei es an der Zeit, auch im Rahmen der digitalen Möglichkeiten das Gedenken in der Stadt erlebbar zu machen. Scheider: „Hier schweben mir schon konkrete Dinge vor, die ich demnächst im Stadtsenat besprechen werde.“ Er habe auch Vizebürgermeister Prof. Alois Dolinar als zuständigen Referenten beauftragt, Maßnahmen zu ergreifen, damit die Partnerstädte enger zusammenrücken. „Mir als Bürgermeister ist es ein großes Anliegen, die Vernetzung sowohl als Grundstein friedlichen Miteinanders aber auch als starkes Signal des Lückenschlusses zu untermauern und auch wirtschaftliche Potentiale gemeinsam zu analysieren und auszubauen“, so Scheider.

„Stadt muss sich dem dunklen Kapitel stellen“

Scheider erinnert in diesem Zusammenhang an seine Initiativen im Bereich der Gedenkkultur, die ein ganz klares Ziel haben: „Die Stadt Klagenfurt muss sich dem dunklen Kapitel der Geschichte stellen. So wurde der von mir sehr geschätzte Beirat für Gedenk- und Erinnerungskultur geschaffen, die Stolpersteine umgesetzt, der jüdische Friedhof in St. Ruprecht renoviert, zahlreiche Projekte mit Schülerinnen und Schülern umgesetzt und es wurden die Lebensgeschichten jener 90 Gerechten aus Österreich in einer Allee der Gerechten vor dem Rathaus erzählt, die - unter Einsatz ihres Lebens - verfolgte Juden vor den Gräueltaten der Nazis gerettet haben. Zwischen den Bäumen auf dem Neuen Platz wurden Transparente mit den jeweiligen Lebensgeschichten gespannt.“ Klagenfurt und Dachau haben in den letzten 47 Jahren bewiesen, dass gelebte Städtepartnerschaft ein ausgesprochen bewährtes Werkzeug für die Aufarbeitung der Vergangenheit und für echte Freundschaft und gegenseitigen Respekt ist.

Bedeutende Künstlerstadt

Dachau ist wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Mittelpunkt des Dachauer Landes. Die Kreisstadt liegt direkt an der Amper, die südlich der Altstadt vorbei fließt. Von der bayrischen Hauptstadt München ist es nur wenige Kilometer entfernt. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war Dachau eine bedeutende Künstlerstadt. Untrennbar mit der Stadtgeschichte verbunden sind bekannte Künstlernamen wie Carl Spitzweg, Max Liebermann, Lovis Corinth oder Adolf Hölzel. Mit dem Ersten Weltkrieg verarmte die Stadt jedoch und bald kamen noch schlimmere Zeiten. 1933 errichteten die Nationalsozialisten hier das erste Konzentrationslager, heute ist es Gedenk- und Mahnstätte sowie Erinnerungsort. Die Stadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit aktiver Erinnerungsarbeit dem Vergessen entgegenzuwirken.

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