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Aus dem Stadtsenat

(04.05.2021)
Zusatztafeln für Dr.-Franz-Palla Gasse, Umbenennung des Loreleistegs in Gert-Jonke-Steg, Runder Tisch zum Thema Gewalt an Frauen, neue Mountainbike Strecke und Aufwertung des Themas IKS waren heute wesentliche Punkte des Stadtsenats.


Keine Umbenennung der Dr.-Franz-Palla Gasse
Auf Einladung von Bürgermeister Christian Scheider war heute Dr. Wilhelm Deuer, Leiter der Historikerkommission im Stadtsenat zu Gast. Er erläuterte den Stadtsenatsmitgliedern die Einschätzung der Kommission, ob die Dr.-Franz-Palla-Gasse umbenannt werden soll.
Dr. Deuer erklärte, dass es zur Klärung des Sachverhaltes wichtig sei, den gesamten Werdegang von Dr. Franz-Palla zu betrachten. Er war ein ausgezeichneter Chirurg und hat im Lauf seines Lebens über 70.000 Operationen durchgeführt. Während der NS-Zeit hat er jedoch auch auf Anordnung Zwangssterilisationen durchgeführt, was daher auch immer wieder zu Diskussionen führt.
Die Historikerkommission empfiehlt der Stadt die Straße nicht umzubenennen, sondern mit Zusatztafeln zu versehen. Diese sollen die gesamte Lebensgeschichte von Dr. Franz Palla darstellen und dabei auch die NS-Zeit einbeziehen.
Bürgermeister Scheider ergänzt, dass auch Univ. Prof. Dr. Peter Gstettner vom Gedenk- und Erinnerungsbeirat, sich für Zusatztafeln ausspricht und eine Umbenennung der Dr.-Franz-Palla Gasse ablehnt. Aus seiner Sicht würde eine Umbenennung auch das generelle Vergessen fördern und ist daher nicht im Sinne eines Erinnerungsbeirates.
Auch viele Anrainer sind gegen eine Umbenennung, da diese gravierende Folgewirkungen auf Anrainer hätte. Diese müssten beispielsweise alle Dokumente mit Adressangabe auf eigene Kosten ändern.
Nach ausführlicher Diskussion im Stadtsenat erfolgte daher der einstimmige Beschluss, die Gasse nicht umzubenennen, jedoch Zusatztafeln zu ergänzen. Auch sollen weitere technische Möglichkeiten der Informationsvermittlung vor Ort, wie beispielsweise mittels QR-Codes, geprüft werden.

„Loreleisteg“ wird zu „Gert-Jonke-Steg“
Auf Antrag von Bürgermeister Christian Scheider wurde folgend heute im Stadtsenat beschlossen, den bisherigen „Loreleisteg“ in „Gert-Jonke-Steg“ umzubenennen. Es ist dies der Steg zwischen Wilsonstraße und Lorettoweg (Lendkanal).
Gert Jonke wurde am 8. Februar 1946 geboren und wäre somit im heurigen Jahr 75. Jahre alt geworden. Er zählt zweifellos zu den bedeutendsten Schriftstellern Klagenfurts und hat unzählige Preise und Auszeichnungen erhalten. Auch war er im Jahr 1977 der erste Bachmann-Preisträger. Gert Jonke verstarb am 4. Jänner 2009 in Wien.
Wie Bürgermeister Scheider ausführte, wurde von Jonkes Lebensgefährtin Ingrid Ahrer berichtet, dass gerade der Bereich des Lendkanals in Klagenfurt jene Gegend war, die Gert Jonke besonders liebte uns wo er sich oft aufgehalten hat. Somit wäre auch ein unmittelbarer örtlicher Bezug gegeben. Auch behandelten einige seiner Gedichte den Lendkanal. Im Gedicht „Lendkanal“ hat er beispielsweise die besondere Spiegelung der Böschung im Kanal und die Spiegelung des Grases auf der Böschung im Kanal beschrieben.
Durch die offizielle Benennung des Steges in Gert-Jonke-Steg kommt die Stadt nicht nur einem langgehegten Wunsch seiner Lebensgefährtin nach, sondern entspricht damit auch dem langjährigen Wunsch vieler Künstlerinnen und Künstler, die sich schon seit langem für eine würdevolle Erinnerung Gert Jonkes eingesetzt haben.
Im Zuge der Umbenennung soll die Brücke renoviert und entsprechend beschildert werden.

Runder Tisch gegen Gewalt an Frauen
Bürgermeister Christian Scheider drückt im heutigen Stadtsenat seine Bestürzung über die zunehmende Gewalt an Frauen aus. Gemeinsam mit Familienreferentin Mag. Corinna Smrecnik wurde daher im heutigen Stadtsenat beschlossen einen Runden Tisch mit Experten zu diesem Thema einzuberufen.

IKS wird zur Stabsstelle
Das Thema IKS (Internes-Kontroll-System) wird künftig als eigene Stabsstelle organisiert sein und erhält damit eine entsprechende Aufwertung. Die Personalausstattung soll auf gleichem Niveau anderer vergleichbarer Städte sein. Dies wurde heute im Stadtsenat einstimmig beschlossen.

 „Klagenfurter Haus“ in Slowenien
Seit 1989 mietet die Landeshauptstadt Klagenfurt in der ursprünglich zu Nova Gorica gehörenden Partnergemeinde Smartno/Gemeidne BRDA ein kleines Künstleratelier. Vizebürgermeister Prof. Mag. Alois Dolinar berichtet über das Vorhaben dieses zu renovieren. Die Kosten dafür werden von Klagenfurt getragen. Sobald die Reisebeschränkungen nach Slowenien bzw. Österreich aufgehoben werden, wird mit der Renovierung begonnen.
Junge Künstler aus Klagenfurt können das Atelier im „Klagenfurt Haus“ nutzen. Ein diesbezügliches Künstlerstipendium wird jährlich von der Stadt Klagenfurt ausgeschrieben. Die Werke die im Künstlerhaus entstehen werden dann in Klagenfurt präsentiert.

Mountainbike Strecke Virunum-Tour
Es ist ein zunehmendes Spannungsfeld: Waldspaziergänger und Mountainbiker, ergänzt von Jägerschaft und Grundbesitzern. Besonders seit der Zunahme von E-Bikes haben Beschwerden deutlich zugenommen. Seitens Vertretern der Mountainbiker wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass es besonders in und um Klagenfurt nur wenige Möglichkeiten zum Fahren im Gelände gibt. Ein wesentlicher Meilenstein zur Entschärfung dieser Situation wurde heute im Stadtsenat gelegt. Auf Antrag von Sportreferent Mag. Franz Petritz wurde heute die Errichtung der Mountainbike Strecke „Virunum-Tour“ beschlossen. Die Strecke wird vom Neuen Platz über das bestehende innerstädtische bzw. regionale Radwegenetz Richtung Annabichl führen, weiter über den Maria Saaler Berg entlang dem Maria-Saaler-Weg weiter zur Gemeinde Maria Saal bis zum Gipfelhaus des Magdalensbergs führen. Die Gesamtlänge beträgt 24,2 km und ist ein gemeindeübergreifendes Projekt.
Petritz, selbst begeisterter Sportler, betont die Symbolhaftigkeit dieses Projektes. Bei gutem Gelingen, bildet dieses Projekt die Basis für weitere Erschließungen von Mountainbike-Strecken. Dazu bedarf es jedoch vor allem auch das Mitwirken der Mountainbiker selbst und appelliert an ein rücksichtsvolles Verhalten aller Wegteilnehmer.

Runder Tisch zum Thema Mountainbike
Jagdreferentin Stadträtin Sandra Wassermann ergänzt, dass dies ein Vorzeigeprojekt mit Beispielcharakter werden kann. Auch die zuständige Jägerschaft wurde darüber informiert. Sie sieht eine Chance durch derartige Wege die Querfeldein-Fahrten von Mountainbikern zu reduzieren.

Weiters kündigt die Stadträtin an, ebenfalls einen Runden Tisch zum Thema Mountainbiken in und um Klagenfurt einzuberufen.

Erweiterung Mietvertrag „Kindergarten Rauscherpark“
Für den bereits bestehenden Mietvertrag zwischen der Landeshauptstadt Klagenfurt und dem Verein „Hilfswerk Kärnten“, bezüglich der Benützung des städtischen Objektes „Kindergarten Rauscherpark“, wurde heute eine Erweiterung beschlossen.

Auf Antrag von GR Mag. Manfred Jantscher, welcher in Vertretung von Stadtrat Max Habenicht vertreten war, wird künftig auch der westliche Gebäudeteil der Kindereinrichtung zur Verfügung stehen. Dies ist ganz im Sinne der Stadt und dient einer verbesserten und erweiterten Kinderbetreuung vor Ort. Der Beschluss dazu wurde einstimmig beschlossen.

Zu guter Letzt:
Vorbildlich haben sich heute alle Senatsmitglieder, die über keinen gültigen PCR-Test verfügten, vor dem Sitzungsbeginn einem sogenannten beaufsichtigten Selbsttest unterzogen. Alle Mitglieder waren negativ.

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