Bad Feminist – Lieber eine schlechte Feministin, als keine Feministin

Buch „Bad Feminist“ von Roxane Gay bei Veranstaltungsreihe "Denken erlaubt" vorgestellt. Stadträtin Mag. Corinna Smrecnik appelliert: „Nehmen Sie sich Gays Ratschlag im Buch zu Herzen."

Buch „Bad Feminist“ von Roxane Gay bei Veranstaltungsreihe "Denken erlaubt" vorgestellt.

V.l.n.r.: Yvonne Krivec (Büro für Frauen, Chancengleichheit und Generationen), Mag. Astrid Malle (Leiterin des Büros für Frauen, Chancengleichheit und Generationen) und Stadträtin Mag. Corinna Smrecnik bei der Präsentation des Buches „Bad Feminist“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Denken erlaubt". Foto: Büro Stadträtin Smrecnik

Häufig überdreht man die Augen, hört man das Wort Feminismus. Man verbindet damit Feministinnen wie Alice Schwarzer und Themen wie Männerhass und bewusst gesetztes Verhalten, das für viele Menschen als unattraktiv und wenig ansprechend gilt.

„Die US-amerikanische Autorin Roxane Gay stellt eine Forderung auf, die ich als Frauenreferentin der Stadt Klagenfurt nur unterstreichen kann: ‚Lieber eine schlechte Feministin, als keine Feministin‘. Wir Frauen müssen hinterfragen, welche Handlungen wir aus Überzeugung setzen und welche Handlungen wir nur setzen, weil wir glauben, dass eine Frau sich in der Gesellschaft so zu verhalten habe“, erklärte Stadträtin Corinna Smrecnik gestern, Donnerstag, bei der Buchpräsentation „Bad Feminist“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Denken erlaubt“.

Astrid Malle, Leiterin des Büros für Frauen, Chancengleichheit und Generationen der Stadt Klagenfurt, wählte gemeinsam mit ihrer jungen Mitarbeiterin Yvonne Krivec das Buch mit Bedacht: „Gay schafft es, die Wichtigkeit von Feminismus anhand praktischer Beispiele offenzulegen und zeigt auf, wie bspw. das Fernsehen die Rolle der Frau als zustimmende, sich unterordnende Zuhörerin anlegt und so unsere Wahrnehmung dessen, was erwünscht, cool und sexy ist, mitprägt. Feminismus bedeutet keineswegs keine Fashionmagazine mögen zu dürfen, weil sie ein erschreckend unrealistisches Frauenbild zeichnen. Feminismus bedeutet auch nicht, keine Rapmusik mögen zu dürfen, weil viele der Texte frauenverachtend sind. Feminismus bedeutet aber, sich für Chancengleichheit von Frauen und Männern einzusetzen. Diskriminierungen zu erkennen und zu benennen, dagegen laut zu werden. Und anzuerkennen, dass wir viele Verbesserungen den Feministinnen vor uns verdanken.“ 

Kaum etwas ist so relevant, wie Normen, Stereotype und Klischees zu hinterfragen und zu reflektieren. „Handlungsmacht bedeutet auch immer, sich mit den Aspekten der eigenen Lebenswelt auseinanderzusetzen, und vor allem selbstständig zu denken – schließlich ist ‚Denken erlaubt!‘ Im Sinne von Roxane Gay darf ich Sie also alle dazu auffordern ‚one bad feminist‘ zu werden“, so Frauenreferentin Smrecnik abschließend.