Dali, Klimt und Schiele in der Theatergasse gesehen

Am Samstag lud die Stadtgalerie anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens zu einem Tag der offenen Tür. Vertreter der Stadt und zahlreiche Besucher und Wegbegleiter ließen ein Vierteljahrhundert Ausstellungsgeschichte in Klagenfurt Revue passieren und blickten auch schon in die Zukunft.

Mag. Beatrix Obernosterer, GR Mag. Manfred Jantscher, Bgm. Christian Scheider, Vzbgm. Jürgen Pfeiler und Mag. Alexander Gerdanovits besuchten den Tag der offenen Tür in der Stadtgalerie

Ein Erlebnis der besonderen ART! Am Samstag feierte die Stadtgalerie Klagenfurt ihr 25-jähriges Bestandsjubiläum mit einem Tag der offenen Tür. Der Innenhof verwandelte sich in einen urbanen Spielplatz zum Mitmachen mit Graffiti, Parkour und Breaking Workshops mit Showeinlagen, Rap Battle und DJ Musik. In den Galerieräumen fanden kostenlose Sonderführungen durch die aktuelle Graffiti-Ausstellung „Umlackiert“ statt.

Weitere Programmpunkte waren spannende Künstlergespräche im Living Studio der Stadtgalerie und ein Bücherflohmarkt im Foyer. „Bunter als mit diesem Tag der offenen Tür kann man ein Vierteljahrhundert Stadtgalerie nicht feiern. Besonders spannend war das Angebot vom Verein Urban Playground zum Mitmachen. Wo sonst hat man Graffiti, Parkour und Breaking Workshops bei freiem Eintritt unter einem Dach“, stellt Bürgermeister Christian Scheider fest.

Für ihr vielfältiges Programm ist die Stadtgalerie nun schon seit einem Vierteljahrhundert bekannt. In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens hat man sich auf die Präsentation der Klassischen Internationalen Moderne spezialisiert und konzentriert. Fast alle großen Namen der Kunstgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hingen mit ihren Werken schon in den Räumlichkeiten der rund 1.000 m² großen Galerie.

Zeitgenössische Künstler und Themenaustellungen

Eröffnet wurde am 4. Juli 1996 mit Egon Schiele, es folgten Lyonel Feininger, Giorgio Morandi, Oskar Kokoschka, Gustav Klimt, Max Ernst, Auguste Herbin, Man Ray, Marc Chagall, Salvador Dali, Paul Klee, Meret Oppenheim, Victor Vasarely, Jean Tinguely, Daniel Spoerri und viele weitere. Nach zehn Jahren war es dann Zeit für Neuerungen: Ab 2007 wurden das sogenannte „Living Studio“ - ein zusätzlicher Ausstellungsraum für junge Kunst - und ein eigener Kinderbereich mit „ARTur“ als Maskottchen installiert.

Parallel dazu präsentierte sich auch das Programm in den Haupträumen „jünger“: Mel Ramos, Andy Warhol, Markus Lüpertz oder Jörg Immendorff waren in großangelegten Personalen zu sehen. Hinzu kamen Präsentationen von zeitgenössischen Künstlern aus Österreich wie Manfred Wakolbinger oder Gunter Damisch. Auch Themenausstellungen kamen in den letzten 25 Jahren nicht zu kurz: Österreichischer und deutscher Expressionismus, Pop Art, Bella Pittura, die Künstlerkolonie Worpswede, Russische Avantgarde und Japanische Holzschnitte waren in der Stadtgalerie Klagenfurt ebenso Thema wie außergewöhnliche Schuhkreationen von Künstlern und Designern aus aller Welt, das Phänomen der Fälschung oder zuletzt das 100-Jahr-Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung.

„25 Jahre internationale Moderne in der Stadtgalerie, das sind 25 Jahre hochkarätige Ausstellungen und Vernissagen. Gefolgt von Präsentationen der hauseigenen Sammlungen und Fotoausstellungen, welche das Erfolgskonzept abrunden werden. Besonders stolz bin ich natürlich auch auf die Weiterentwicklung der Galerie mit dem Living Studio, in welchem wir junge Künstler fördern, sowie den eigenen Kinderbereich“, so Kulturreferent Vizebürgermeister Jürgen Pfeiler.

Fotografie und Privatsammlungen als neuer Schwerpunkt

Die Stadtgalerie Klagenfurt setzt innerhalb ihres Programms regelmäßig neue Akzente, ruft neue Ausstellungsreihen ins Leben - etwa 2006 mit „Déjà vu“, dem Beginn einer Präsentationsreihe der hauseigenen Sammlung. Der künstlerischen Fotografie, einer bis dato leider immer noch vernachlässigten Sparte im Klagenfurter Ausstellungsgeschehen, war zB das Jahr 2014 gewidmet - zuvor zeigte die Galerie bereits Größen wie Robert Mapplethorpe, Andreas H. Bitesnich oder Erich Lessing.

„Zeitgenössische Fotografie aus Österreich, der internationale Fotograf Manfred Baumann und eine faszinierende Werkpräsentation des Weltstars Bryan Adams brachten Rekord-Besucherzahlen mit jeweils rund 15.000 Gästen. Im Schnitt verzeichnet die Stadtgalerie etwa 20.000 Besucher pro Jahr“, berichtet die Leiterin der Stadtgalerie Mag. Beatrix Obernosterer.

Die Stadtgalerie versucht, die Fotografie in Themenausstellung prominenter zu platzieren und auf diesem Gebiet regelmäßig Personalen zu zeigen – etwa den Klassiker Werner Bischof oder im Vorjahr Gunter Sachs. Im Herbst beginnt die Galerie mit einer neuen Ausstellungsreihe - Präsentationen von Privatsammlungen in Kärnten und Österreich. Geplant ist eine Ausweitung auf bisher verborgene Privatsammlungen im europäischen Raum.

Ab 24. September bis Jahresende gibt die Stadtgalerie Einblicke in die Sammlung von Peter Mießl: Kunstsammler, Mäzen und langjähriger Vizepräsident des Kunstvereins Kärnten. 2022 ist – nach einer Corona-bedingten Verschiebung – zum heurigen 70. Geburtstag des gebürtigen Kärntner Künstlers Franz Yang-Močnik eine großangelegte Personale geplant, gefolgt von internationaler Fotografie.