Ein Drittel des Kanalnetzes digital erfasst

309 km des insgesamt 986 km langen Klagenfurter Kanalsystems sind seit 2017 mit dem Leitungsinformationssystem (LIS) erfasst worden. Unregelmäßigkeiten im Abwassersystem können schnell erfasst und anstehende Sanierungen frühzeitig geplant werden. Zudem fördern Bund und Land die digitale Erfassung der Kanalisation.

Vzbgm. Wolfgang Germ informiert mit LIS-Beauftragten Marko Butolen (links) und Gernot Bogensberger (Leiter Abt. Entsorgung) über Fortschritte bei der digitalen Erfassung des Kanalsystems

986 Kilometer lang ist aktuell das Kanalnetz der Stadt. Seit 2017 wird es mit dem digitalen Leitungsinformationssystem (LIS) erfasst. Dieses Infrastrukturmanagement-Tool stellt den Ist-Zustand des Klagenfurter Kanalsystems dar. „Damit können unter anderem Unregelmäßigkeiten im Abwassersystem rasch festgestellt und früher auf Störungen reagiert werden. Auch können damit notwendige Sanierungen frühzeitig erkannt und geplant werden“, erklärt Entsorgungsreferent Vizebürgermeister Wolfgang Germ.

Grundlage für Sanierungsplanung

Speziell die unterirdischen Leitungsnetze der Stadt Klagenfurt gewährleisten die Entsorgungssicherheit der Gesellschaft. Daher ist es wichtig, den Zustand dieser Leitungen zu kennen, in einem geographischen Informationssystem (GIS) zu erfassen und in regelmäßigen Abständen zu überprüfen. Die Grunddaten werden in einer Datenbank gespeichert und mit den Zustandsdaten, beispielsweise aus den Inspektionsfahrten eines Kanal-TV-Wagens, verknüpft. Darauf aufbauend kann mit einer Sanierungsplanung begonnen werden. In Verknüpfung mit anderen Daten und Plänen wie Bebauungsplan, Flächenwidmungsplan oder weiterer Kataster stellt das LIS auch ein wichtiges Hilfsmittel für Entscheidungsträger dar.

250.000 Euro an Fördergeldern

Eine digitale Erfassung des Kanalsystems ist außerdem auch die Voraussetzung, um Förderungen von Bund und Land zu bekommen. Ungefähr 250.000 Euro fließen so pro Jahr an Fördergeldern in die Stadt. Seit Beginn der Inspektionsfahrten 2017 wurde bereits etwa ein Drittel (309 km) des Kanalnetzes inspiziert, beurteilt und bei Bedarfsfall saniert. Diese setzen sich zusammen aus 216 km Schmutzwasserkanal, 88 km Regenwasserkanal und fünf km Mischwasserkanal. Jedes Jahr werden im Durschnitt weitere 100 km zur Inspektion freigegeben und an externe Firmen ausgeschrieben. Bis 2025 soll dann das gesamte Kanalnetz im LIS erfasst sein.