Equal Pension Day 2022

Der jährliche Equal Pension Day markiert jenen Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bekommen haben, wie Frauen erst bis Jahresende erhalten haben werden. Heuer ist dies der 3. August. Um ein Zeichen zu setzen, hat das Frauenreferat der Stadt Klagenfurt heute im Strandbad Klagenfurt mit einer Verteilaktion auf die Ungerechtigkeit hingewiesen

Mag. Astrid Malle (Frauenbüro) mit Stadträtin Mag. Corinna Smrecnik und weiteren Kolleginnen aus dem Klagenfurter Frauenreferat bei der Flyer-Verteilaktion im Strandbad. Foto: Hude

Mag. Astrid Malle (Frauenbüro) mit Stadträtin Mag. Corinna Smrecnik und weiteren Kolleginnen aus dem Klagenfurter Frauenreferat bei der Flyer-Verteilaktion im Strandbad. Foto: Hude

150 Tage weniger Pensionsgeld als Männer – so sieht die traurige Bilanz aus. Nach wie vor bekommen Frauen weniger Rente ausbezahlt. Das österreichische Pensionssystem orientiert sich immer noch an der Vollbeschäftigung ohne Erwerbsunterbrechungen – Frauen, die im Laufe ihres Berufslebens einmal oder öfter in Karenz waren, kriegen somit weniger Pension. Frauen leisten dennoch den größeren Part der unbezahlten Arbeit (Haushalt, Kinderbetreuung, Betreuung von Angehörigen etc.) und arbeiten dadurch vermehrt in Teilzeit. Die aktuellen Teuerungen treffen ebenso hauptsächlich Frauen, viele leben an der Armutsgrenze. Die vergangen Jahre haben gezeigt, dass Frauen zudem öfter von der Mehrfachbelastung Home office und Home schooling betroffen waren.

Der 3. August ist jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bekommen haben, wie Frauen diese bis zum Jahresende erhalten werden. Diese Pensionslücke muss geschlossen werden, es gilt: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, um am Ende der Berufsjahre auch die gleiche Pension zu bekommen. Um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, hat das Frauenbüro der Stadt Klagenfurt heute im Strandbad eine Verteilaktion von Infobroschüren durchgeführt.

„Ob Kinderbetreuung, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen – immer noch sind es vorwiegend Frauen, die diese Aufgaben schultern. Dass sie dafür auch noch 41 Prozent weniger Pension bekommen ist ungerecht und inakzeptabel“, so die zuständige Referentin, Stadträtin Mag. Corinna Smrecnik.

„Diese Lohnunterschiede sind kein selbstgewähltes Schicksal von Frauen, sondern das Ergebnis einer falschen Politik. Im Kampf gegen die Altersarmut braucht es jetzt einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, faire Pensionsanrechnung und mehr Einkommensgerechtigkeit“, hält Smrecnik weiter fest.

Dass das öffentliche Aufzeigen gegen diesen Missstand und die vielen österreichweiten Aktionen langsam Wirkung zeigen, ist in einer aktuellen Statistik des österreichischen Städtebundes ersichtlich: Die Höhe der Frauenpensionen hat sich im Vergleich zum Vorjahr österreichweit um zwei Tage nach hinten verschoben, also „verbessert“. D.h. Österreich ist auf dem richtigen Weg, auch wenn dieser noch lange ist. Kärnten liegt im österreichweiten Vergleich übrigens auf Platz 2, hinter Wien.