Gedenkfeier am Friedhof Annabichl: Bürgermeister spricht klare Worte gegen das Vergessen

Auch heuer fand wieder die traditionelle Gedenkfeier am Friedhof Klagenfurt-Annabichl anlässlich des Nationalfeiertages statt. Bürgermeister Christian Scheider appelliert daran, niemals zu vergessen und Zeichen zu setzen.

Gedenkfeier am Friedhof Annabichl: Bürgermeister spricht klare Worte gegen das Vergessen

Klare Worte gegen das Vergessen sprach Bürgermeister Christian Scheider bei der diesjährigen Gedenkfeier am Friedhof Annabichl. Ebenfalls seitens der Stadtregierung anwesend waren Vizebürgermeister Prof. Mag. Alois Dolinar und Stadtrat Mag. Franz Petritz. Foto: StadtKommunikation/Eggenberger

Traditionell am 26. Oktober fand auch dieses Jahr wieder die traditionelle Kranzniederlegung am Friedhof Annabichl, beim Mahnmal der Opfer für ein freies Österreich, statt. Ins Leben gerufen wurde diese Tradition von der Plattform Memorial Kärnten-Koroška (MKK), die sich gegen ein Wiederaufleben von Faschismus, Rassismus und Antisemitismus einsetzt. Der Fokus der heurigen Gedenkfeier lag auf den sogenannten „Ostarbeitern“. Diese Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter gab es in Kärnten in großer Zahl, ein Teil dieser Menschen hat den Zusammenbruch des Nationalsozialismus jedoch nicht mehr erlebt.

Bürgermeister Christian Scheider nahm an der Kranzniederlegung und der zeremoniellen Gedenkfeier am Friedhof teil. In seiner Rede betonte er, dass es für Klagenfurt eine wichtige Aufgabe sei, sich der Vergangenheit offen zu stellen und aktive Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.

„Als Bürgermeister von Klagenfurt ist es mir wichtig eine nachhaltige Gedenk- und Erinnerungskultur zu pflegen. Der Frieden ist wie ein empfindliches Pflänzlein, das jeden Tag aufs Neue gepflegt werden muss. Wir Politikerinnen und Politiker sind verantwortlich dafür, den schwer erkämpften Frieden zu schützen, zu bewahren und – mit Blick auf die Ukraine – in Europa wieder herzustellen."
Bürgermeister Christian Scheider in seiner Rede zur Kranzniederlegung

Der Krieg in der Ukraine wurde während der Gedenkfeier auch von Josef Winkler thematisiert. Er trug die Geschichte einer 14 Jährigen ukrainischen Zwangsarbeiterin (Die Verschleppung, 1983) vor, die aus ihrem Dorf am Ufer des Dnjepr nach Kärnten verschleppt wurde. Mit dem Titel „Die Ukrainerin“ wurde die Geschichte von Winkler heuer neu aufgelegt.

Moderiert wurde die Zeremonie von Mirjam Zwitter-Šlemic und musikalisch untermahl durch Tatjana Prybura (Sopran), Adam Rogala (Piano), Ilse Gerhardt (Gesang) und Georg Errenst (Akkordeon). Ebenfalls anwesend war Landeshauptmann Dr. Peter Kaiser.