Sicherheitskonferenz nach Messerattacke

Die Messerattacke in Klagenfurt hat viele Menschen betroffen gemacht. Die Landeshauptstadt will ihren Beitrag leisten, um das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung hochzuhalten. Im Rahmen einer Sicherheitskonferenz von Stadt, Land, Polizei und Ordnungsamt wurden am Freitag erste Maßnahmen beschlossen: Die Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen wird ausgebaut und es werden Sicherheits-Workshops in den Stadtteilen abgehalten.

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Die Landeshauptstadt Klagenfurt hatte nach dem tragischen Vorfall die Sicherheitskonferenz mit Vertretern des Landes und der Exekutive eingefordert. „Es war uns wichtig, dass wir aus erster Hand die Informationen einholen – wie der mutmaßliche Täter aus Armenien bisher in Klagenfurt gelebt hat und was wir dazu beitragen können, um derartige Ausnahmesituationen schon im Vorfeld zu unterbinden “, so Bürgermeister Christian Scheider nach dem Sicherheitsgipfel am Freitag in der Landesregierung.
 

„Auch wenn es sich bei dem Mann um einen Einzeltäter handelt und solche Ereignisse zum Glück nur ganz selten vorkommen, ist eine gewisse Verunsicherung in der Bevölkerung zu spüren. Wir möchten alles dafür tun, um den Menschen wieder die Angst nehmen. Wir werden die Streifentätigkeit seitens des Ordnungsamtes verstärken und weiterhin sehr eng mit der Polizei zusammenarbeiten. Gemeinsam konnten wir schon in der Vergangenheit viele Probleme gemeinsam beheben“, betont MMag. Wilfried Kammerer, Leiter des Bürgerservice und des Ordnungsamtes in der Landeshauptstadt.

In Zusammenarbeit mit dem Stadtpolizeikommando ist auch ein konkreter Ausbau der Videoüberwachung im Bereich der stark frequentierten Plätze und Gassen in der Innenstadt angedacht. „Es muss natürlich alles im Einklang mit dem Datenschutz stehen. Ich denke aber schon, dass eine Videoüberwachung zu begrüßen ist. Wer sich normal verhält, hätte ja durch die Kameras ohnedies nichts zu befürchten“, so Bürgermeister Scheider. Entsprechende Maßnahmen und Möglichkeiten im Bereich der Videoüberwachung werden jetzt überprüft.

Was tun in Gefahrensituationen?

Auch das Thema Zivilcourage wird nach der Messerattacke vielerorts intensiv diskutiert: Wie verhält man sich am besten, wenn man als Augenzeuge plötzlich in derart gefährliche Situation gerät? Soll man einschreiten oder nicht? In Zusammenarbeit mit dem Stadtpolizeikommando will die Stadt die Bevölkerung vor Ort aufklären. Im Rahmen der Initiative „Gemeinsam sicher“ wird es kostenlose Sicherheits-Workshops in den Stadtteilen geben.

„Wir möchten der Bevölkerung einfache, effektive Möglichkeiten aufzeigen. Es darf auf keinen Fall in Richtung Selbstjustiz gehen. Es beginnt schon damit, dass man in einem Notfall schnell zum Handy greift – natürlich nicht um ein Video zu machen, sondern um den Notruf zu wählen“, so Sicherheitskoordinator Kontrollinspektor Claus Kügerl. Die Teilnahme an den Workshops wird kostenlos sein. Konkrete Termine werden demnächst bekanntgegeben.

Landesrätin Mag. Sara Schaar: „In diesen Maßnahmen liegt ganz viel Kraft. So kann es uns gemeinsam gelingen, das Sicherheitsgefühl wieder zu steigern. Auch kärntenweit werden wir jede Initiative im Bereich Prävention und Sichtbarkeit gerne unterstützen.“


Siriushalle ist ausschließlich Bundessache

In Zusammenhang mit der Messerattacke wurde im Rahmen der Sicherheitskonferenz auch die aktuelle Situation der Asylquartiere in Klagenfurt diskutiert. Laut Auskunft der Fachabteilung des Landes stehen die Großquartiere (wie jenes in der Siriushalle) ausschließlich unter der Verantwortung des Bundes. Es bestehe auch keine Informationspflicht des Bundes gegenüber Land und Stadt. Bekannt sei lediglich, dass derzeit knapp 200 Personen in der Siriushalle untergebracht sind. Diese haben auch die Möglichkeit, sich außerhalb der Quartiere zu bewegen.

Laut Vertretern der Polizei sei im aktuellen Fall nicht davon auszugehen, dass es einen konkreten Zusammenhang zwischen der Migrationssituation und der Messerattacke gegeben habe. Bei dem Mann handle es sich um einen Einzeltäter, bei dem eine psychische Erkrankung vorliegen würde.

Bürgermeister Christian Scheider fordert für die Zukunft jedoch ein Mitspracherecht bei der Verteilung von Asylwerbern: „Es darf nicht mehr sein, dass einer Stadt einfach vorgeschrieben wird, welche Menschen in unsere Quartiere zugeteilt werden. Das darf es nicht mehr geben.“