„Spuren. Sledi“ – Auftakt zu Gedenk-Veranstaltungsreihe

Im Rahmen des 80. Gedenkjahres der Deportation der Kärntner Sloweninnen und Slowenen während des NS-Regimes organisiert der „Zveza slovenskih pregnancev/Verband zwangsweise ausgesiedelter Slowenen“ eine Veranstaltungsreihe, die sich von April bis Oktober 2022 zieht. Auftakt ist die Ausstellung „Spuren. Sledi“, die heute (Donnerstagvormittag) im Musil-Haus eröffnet wurde.

Eröffnung der Ausstellung „Spuren / Sledi“ im Musil-Haus mit Kulturreferent Stadtrat Mag. Franz Petritz, der Leiterin des Robert Musil Instituts für Literaturforschung, Dr. Anke Bosse, den Künstler Tanja Prusnik, Marko Lipus und Karl Vouk, der die Ausstellung und Veranstaltungsreihe kuratiert hat sowie Kulturabteilungsleiter Mag. Alexander Gerdanovits, Musilmuseums-Leiter Dr. Heimo Strempfl und Edith Bernhofer vom Musil-Institut. Foto: StadtKommunikation/Hronek

„Wir eröffnen heute eine wichtige Ausstellung in einer Zeit weltpolitischer Turbulenzen“ betont Klagenfurts Kulturreferent Stadtrat Mag. Franz Petritz am ersten Tag der Ausstellung „Spuren. Sledi“. Die Ausstellung ist zugleich Auftakt einer sechsmonatigen Veranstaltungsserie anlässlich des 80. Gedenkjahres der Deportation der Kärntner Sloweninnen und Slowenen während des NS-Regimes.

Initiiert wurde die Reihe von „Zveza slovenskih pregnancev/Verband zwangsweise ausgesiedelter Slowenen“ in Kooperation mit der Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt und dem Robert Musil Institut für Literaturforschung der Universität Klagenfurt. Als studierter Historiker wies Stadtrat Petritz auf die Bedeutung des Gedenkens im Zusammenhang mit der Kärntner Geschichte hin: „Es ist wichtig zu wissen, was historisch an Unrecht geschehen ist, um Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und in der Gegenwart Handlungen zu setzen, damit sich diese Kapitel der Geschichte nicht wiederholen“.

Die Ausstellung „Spuren. Sledi“ zeigt Werke von Verena Gotthardt, Marko Lipus, Tanja Prusnik und Karl Vouk, die sich in ihren im Musilmuseum und Musil-Institut präsentierten Werken mit der Deportation der Kärntner Sloweninnen und Slowenen auseinandersetzen. Die Fotografin Verena Gotthardt zeigt in ihren Werken Eindrücke aus Moste/Brugg bei Hermagor im Gailtal. Es ist einer jener Orte, aus dem Bewohner deportiert wurden, eine davon war ihre Großmutter. Marko Lipus zeigt eine fünfteilige Werkserie mit dem Titel „Lonec / Becher“.

Kurator Karl Vouk stellt acht Gemälde, darunter den Stammbaum seiner Familie, aus. Die Ausstellung ist bis einschließlich 13. Mai zu sehen. – Eintritt frei. Vouk, der die gesamte Veranstaltungsreihe koordiniert, wies auch auf die Gedenkveranstaltung am 23. April im Konzerthaus hin, in der der Sammelband „1942 VERTREIBUNG. PREGON 2022“ präsentiert wird. Die Publikation begleitet den Veranstaltungsreigen mit Lesungen von Lydia Mischkulnig, Musik von Gabriel Lipus, Vorträgen von Brigitte Entner und Karl Vouk etc. Am 19. April findet – ebenfalls im Konzerthaus - eine Ehrung der Deportierten statt, am 23. April hält Bischof Dr. Josef Marketz eine Gedenkmesse im Dom.