Stadt prüft die Gründung einer Klagenfurt Holding

Unter einer neuen Dachgesellschaft sollen künftig alle Beteiligungsgesellschaften der Stadt vereint werden. Damit sollen vor allem Synergien genutzt werden.

Rathaus und Neuer Platz

Vor dem Hintergrund der finanziell kritischen Situation der Landeshauptstadt Klagenfurt erfolgte gestern durch Beteiligungsreferent Vizebürgermeister Mag. Philipp Liesnig der Startschuss zur Gründung einer städtischen Holdinggesellschaft. Grundlage dazu bildete ein zuvor gefasster Beschluss innerhalb der regierenden Stadtparteien im Rathaus. In einer „Klagenfurt Holding“ sollen künftig alle Unternehmensbeteiligungen der Stadt gebündelt werden. Derzeit ist die Stadt direkt oder indirekt an 28 Gesellschaften beteiligt.

„Die Beteiligungen belasten das städtische Budget jährlich mit einem Gesamtbetrag von rund 28 Millionen Euro. Es gibt daher akuten Handlungsbedarf. Eine Holding-Gesellschaft ermöglicht uns Kräfte zu bündeln und Synergien zu nutzen“, erklärt Vizebürgermeister Mag. Philipp Liesnig.

Bürgermeister Christian Scheider: „Es darf in Klagenfurt keine Denkverbote geben. Alle Bereiche müssen intensiv nach Reformpotential durchleuchtet werden, die dabei helfen die Stadt nachhaltig zu konsolidieren. Das ist jetzt auch die Aufgabe der Steuerungsgruppe. Mir persönlich ist dabei immer wichtig, dass keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Strecke bleiben, sondern eine bestmögliche Lösung für alle Beteiligten gefunden wird und dennoch das Steuersparpotential genutzt wird.“

„Eine Holdingsstruktur ist seit Jahren überfällig. Deswegen haben wir Experten an den Tisch gesetzt, um rasch eine Neuausrichtung der Stadt zu gewährleisten. Ziel ist es, mehrere Agenden unter ein Dach zu bringen mit der Marke Klagenfurt. Es geht um verstärktes wirtschaftliches Denken zur Schaffung von Synergieeffekten, damit unseren Bürgerinnen und Bürgern mehr Budget für innovative Projekte bleibt“, ergänzt Wirtschaftsreferent Max Habenicht.

Dazu tagte nun erstmals eine Steuerungsgruppe, die sich in den nächsten Monaten mit der konkreten Ausgestaltung der Klagenfurt Holding befassen wird. Angeführt wird diese Steuergruppe von Dr. Jürgen Dumpelnik, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Klagenfurt AG. „In einem ersten Schritt geht es nun darum Themen zu analysieren, wie und wo eine Zusammenführung Sinn macht. Vorteile sehen wir vor allem in den Bereichen Steuern und Finanzierung“, erklärt Dr. Dumpelnik.

Die bekanntesten Beteiligungsgesellschaften der Stadt sind unter anderem die Stadtwerke Klagenfurt AG, Klagenfurt Mobil GmbH, Klagenfurter Messe Betriebs GesmbH, Lakeside Science & Technology Park GmbH, Sportpark Klagenfurt GmbH, Stadttheater Klagenfurt OG und einige mehr.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe sind:
Dr. Jürgen Dumpelnik – Stadtwerke Aufsichtsratsvorsitzender (Leiter)
Mag. Christiane Holzinger – Stadtwerke Aufsichtsrat
Mag. René Cerne – Gemeinderat, Vorsitzender Finanzausschuss
Dr. Peter Jost – Magistratsdirektor
Mag. Klaus Thuller, Magistrat – Abteilungsleiter Rechnungswesen
Mag. Christoph Wutte, Magistrat – Abteilungsleiter Finanzen
MMag. Florian Pibal – Magistrat, Abteilung Finanzen, Beteiligungsmanager
und Prokurist Mag. Manfred Ortner – Stadtwerke Klagenfurt

Ziel ist es Anfang 2023 mit der Holding zu starten. Einzelne Teilschritte dazu könnten schon im kommenden Jahr realisiert werden.