Volksgruppe Gottscheer im Rathaus empfangen

Die Gottscheer Landsmannschaft wurde am Freitagvormittag im Rathausempfangen. Sie hielten im Zuge der Gottscheer Kulturwoche in der Landeshauptstadt. Zahlreiche Gottscheer aus Amerika waren anwesend.

 

Die Gottscheer wurden in Klagenfurt empfangen.  Foto: StadtKommunikation/Wajand

Die Gottscheer wurden in Klagenfurt empfangen. Foto: StadtKommunikation/Wajand

Nach einer langen Corona-Pause kamen die Gottscheer wieder nach Klagenfurt. Während der Gottscheer Kulturwoche (heuer 1. – 7. August) präsentiert die Jahrhunderte alte Volksgruppe ihre 600-jährige Geschichte, ihr Liedgut, ihre Kultur, Tracht und Sprache. Zu diesem Anlass anwesend ist auch eine 80- köpfige Gottscheer Reisegruppe aus den USA und Kanada, die in Klagenfurt nächtigt - bei ihnen handelt es sich um Nachkommen von Auswanderern und einigen, die nach der Umsiedelung in der Oststeiermark geboren wurden. Ebenfalls Anwesend waren Mitglieder des Gottscheer Ahnenforschungsvereins (GHGA), der es sich zum Ziel setzt, Ahnenforschung, Kultur, Brauchtum sowie Ton- und Videoaufzeichnungen zu erhalten und erforschen. Die Reisegruppe wurde im Zuge der Gottscheer Kulturwoche am Freitag von Gemeinderat Michael Gussnig, Vorsitzender des Tourismusausschusses, in Vertretung von Bürgermeister Christian Scheider in Klagenfurt begrüßt.

Zu den Gottscheer:


Die Gottscheer lebten mehr als 600 Jahre auf dem Gebiet von Kočevsko (Slowenien) und entwickelten einen einzigartigen Dialekt - das Gottscheerische. Das Siedlungsgebiet umfasste eine Fläche von ungefähr 860 km² mit 177 Ortschaften. Das Gottscheerland gehörte zu den ältesten deutschen Siedlungen im süd- und südosteuropäischen Raum. Die Gottscheer, die teils als Bauern von der Landwirtschaft, teils als umherziehende Krämer in sehr einfachen Verhältnissen lebten, bewahrten ihren altertümlichen südbairischen Dialekt, das Gottscheerische, sechs Jahrhunderte lang bis zu ihrer Umsiedlung unter den Nationalsozialisten 1941. Heute erlebt das Gottscheertum unter den in der alten Heimat in Slowenien Verbliebenen eine Renaissance.