Bürger haben großes Interesse an Zukunft der Mobilität
Ende Jänner hat die Stadt Klagenfurt mit der Erstellung eines „SUMP“ (Sustainable Urban Mobility Plan) begonnen. Mit diesem strategischen Plan wird nachhaltige Mobilität in Klagenfurt langfristig und über alle Verkehrsmittel hinweg weiterentwickelt. An der Umsetzung federführend beteiligt sind die Abteilungen Klima- und Umweltschutz, Stadtplanung, Straßenbau und Verkehr sowie Mobilitätsexperten. Die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger ist ein wesentlicher Bestandteil des SUMP. Von Ende April bis Ende Mai lief dazu eine große Online-Befragung. „Die Zahl von über 1.300 Teilnehmern sind ein enorm guter Wert – ein Umfang und Engagement, das sich manche Millionenstadt in Europa wünschen würde. Ebenso zeigt die hohe Qualität der Antworten das große Interesse der Klagenfurterinnen und Klagenfurter am Thema Mobilität“, betont Dr. Alex Neumann, Geschäftsführer der für die Umsetzung verantwortlichen Firma netwiss OG. „Die Umfrage zeigt, dass nachhaltige Mobilität und attraktive Alternativen zum PKW nicht nur Forderungen von Mobilitätsexperten sind, sondern auch den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen“, sagt Dr. Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltschutz.
Verbesserung der Mobilitätssituation
Konkrete Ergebnisse der ausgewerteten Online-Befragung wurden in der Stadtsenatssitzung am Dienstag präsentiert. Es zeigt ein klares Bild zur generellen Mobilitätszufriedenheit, zu Prioritäten und Handlungsbedarfe aus Sicht der Bevölkerung in Klagenfurt bzw. aus dem Klagenfurter Umland. Die Gesamtzufriedenheit mit der Mobilitäts- bzw. Verkehrssituation in Klagenfurt wurde eher moderat bewertet. Ein großer Teil der Bevölkerung nimmt die aktuelle Mobilitätssituation als verbesserungswürdig wahr, was als ein klares Signal für Handlungsbedarf interpretiert werden kann.
Als besonders wichtig wurden sichere Wege für Fußgänger, eine attraktive Radinfrastruktur, eine hohe Angebotsqualität im öffentlichen Verkehr sowie mehr Grünflächen und Bäume bewertet. Beim wahrgenommenen Handlungsbedarf steht die Förderung des Radverkehrs an erster Stelle, gefolgt vom Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der Erhöhung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. Auch der Wunsch nach einer autofreien bzw. verkehrsberuhigten Innenstadt ist sehr weit oben auf der Wunschliste der Befragten zu finden.
Ergebnisse als Auftrag für die Politik
„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass viele Anliegen der Bürgerinnen und Bürger bereits erfolgreich umgesetzt werden konnten. Dazu zählen etwa der Radweg-Lückenschluss in Mageregg Richtung Maria Saal sowie die Einführung des 10-Minuten-Taktes auf mehreren Buslinien. Darauf möchte ich aufbauen. Mein Ziel ist es, eine vierte Buslinie im 10-Minuten-Takt einzuführen und die Stadtteile Wölfnitz und Emmersdorf noch besser an das öffentliche Verkehrsnetz anzubinden. Auch die Fahrgast-Zahlen der Koralmbahn zeigen, dass wir mit dem Ausbau des ÖPNV auf dem richtigen Weg sind. Die Stadt investierte 2025 in den Busverkehr rund 17 Millionen Euro. Moderne Mobilität bedeutet auch, allen Klagenfurterinnen und Klagenfurtern attraktive, sichere und verlässliche Busverbindungen anzubieten.
Stadträtin Sandra Wassermann, BA (Referentin für Mobilität und Öffentlichen Personennahverkehr)
"Die Ergebnisse zeigen, dass Klagenfurt bereit für den nächsten Entwicklungsschritt ist. „Die Menschen wünschen sich eine Stadt mit noch mehr Lebensqualität, attraktiven Plätzen und einem modernen Mobilitätsmix. Spitzenwerte für die Neugestaltung des öffentlichen Raumes in der Innenstadt beweisen, wie groß die Vorfreude auf begrünte, lebendige Zentren ist. Unser klarer Auftrag ist es nun, sichere Fuß- und Radwege sowie den öffentlichen Verkehr so stark auszubauen, dass der Umstieg leichtfällt und alle ob zu Fuß, am Rad oder im Auto entspannt ans Ziel kommen. Diesen Weg gehen wir jetzt Schritt für Schritt.“
Vizebürgermeister Ronald Rabitsch (Referent für Verkehrsplanung)
2-Millionen-Euro-Frage
Die hypothetische Frage „Stellen Sie sich bitte vor, Sie haben ein Budget von 2 Millionen Euro für ein Projekt im Bereich Mobilität in Klagenfurt zur Verfügung und entscheiden ganz alleine: Wofür sollte das Geld verwendet werden?“ haben über 900 Personen ausführlich beantwortet – ein enormes Engagement der Bevölkerung. Das Ergebnis ist eindeutig: 30 Prozent der Nennungen entfallen auf den Ausbau bzw. Lückenschlüsse im Radwegenetz – damit ist dies mit großem Abstand der meistgenannte Maßnahmenbereich. Dahinter folgen Verbesserungen im ÖPNV (17 Prozent) und Maßnahmen für eine autofreie bzw. verkehrsberuhigte Innenstadt (16 Prozent).
Unter den zehn vorgegebenen konkreten Projekten erhält die Neugestaltung des Heiligengeistplatzes die höchste Priorität, gefolgt von der Bahnhofstraße zwischen Hauptbahnhof und Ring sowie der Ausweitung der Fußgängerzone. Die Klagenfurter Ostspange bildet das Schlusslicht in der Priorisierung seitens der Bevölkerung. In allen Projekten werden Aspekte wie Begrünung, Entsiegelung und Hitzeschutz am häufigsten auf der Prioritätenliste genannt.
Gesamtfazit
Die Ergebnisse der SUMP Online-Befragung zeichnen laut Neumann ein „sehr klares Bild einer Stadt, die beim Thema Mobilität an einem Wendepunkt steht.“ Die Zufriedenheit sei moderat, der Handlungsbedarf werde breit wahrgenommen und die Prioritäten seien klar: Ausbau des Radverkehrs, des ÖPNV und der Aufenthaltsqualität stehen im Mittelpunkt. Gleichzeitig zeigen die hohe Teilnahme und die Qualität der offenen Antworten und Zitate aus der Online-Befragung eine engagierte Bevölkerung, die konkrete Maßnahmen einfordert.
Die Ergebnisse und Auswertung der SUMP Onlinebefragung „Mobilität in Klagenfurt gemeinsam weiterdenken" sind auf der Homepage der Stadt Klagenfurt auf www.klagenfurt.at/sump zu finden.
