COOL DOWN KLAGENFURT - Parkgebühren für eine kühle und lebenswerte Stadt

Klagenfurt zählt zu den am stärksten von Hitze betroffenen Städten Österreichs. Die Zahl der Hitzetage steigt, Innenhöfe und verdichtete Gebäude heizen sich massiv auf. Mit der Hälfte der Einnahmen aus den Parkgebühren in der Ostbucht soll ein dauerhafter zweckgebundener Hitzeschutzfonds eingerichtet werden.

Vzbgm. Patrick Jonke, Vzbgm. Roland Rabitsch mit den beiden Abteilungsleitern DI Robert Piechl und Dr. Wolfgang Hafner bei der Präsentation von „Cool Down Klagenfurt“. Foto: SK/Zangerle

Vzbgm. Patrick Jonke, Vzbgm. Roland Rabitsch mit den beiden Abteilungsleitern DI Robert Piechl und Dr. Wolfgang Hafner bei der Präsentation von „Cool Down Klagenfurt“. Foto: SK/Zangerle

Im heurigen Sommer herrschten in Klagenfurt teilweise zwischen 36 und 38 Grad. Anfang September beliefen sich Temperaturen tageweise noch immer auf über 30 Grad – der Klimawandel ist deutlich spürbar. Gerade ältere Menschen und jene, die zur so genannten vulnerablen Gruppe gehören leiden darunter. Die Hitze wird damit nicht nur zum Umwelt-, sondern auch zum Gesundheits- und Infrastrukturproblem. Durch entsprechende Investitionen können Maßnahmen geschaffen werden, die die Lebensqualität der Klagenfurterinnen und Klagenfurter im Sommer unmittelbar verbessern. Das soll mit der Initiative „Cool Down Klagenfurt“ künftig möglich sein. Vizebürgermeister Ronald Rabitsch und Vizebürgermeister Patrick Jonke präsentierten als zuständige Referenten die Details zu diesem Projekt. 

Investitionsprogramm aus den Erlösen der Parkgebühren in der Ostbucht

Der Plan: 50 Prozent der eingehobenen Parkgebühren werden für konkrete Hitzeschutz- und Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen zweckgebunden verwendet. Der so genannte Hitzeschutzfonds greift dabei auf bestehende Strukturen wie dem stadteigenen Verein Climate Funds Klagenfurt und der stadteigenen IPAK GmbH zurück. Ziel ist es, dass sich Klagenfurt bis 2030 zu einer hitzestabilen, klimaresilienten Stadt entwickelt. 

„Die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt soll auch an heißen Tagen gewährleitstet sein – das wiederum wirkt sich positiv auf die Innenstadtfrequenz und die lokale Wirtschaft aus."
Stadtentwicklungsreferent Ronald Rabitsch

„Mit der Initiative können wir den Spitzentemperaturen entgegentreten und abfedern – zum einen ist es sinnvoll für die Wirtschaft, in erster Linie wollen wir aber die Menschen unterstützen, bis 2030 sollen konkrete Maßnahmen gesetzt werden, um die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern."
Klima- und Umweltschutzreferent Patrick Jonke

Wie sollen die Maßnahmen konkret aussehen?

  • Baumpflanzungen im Stadtraum an bekannten Hitzehotspots
  • Umsetzung des Schwammstadtprinzips
  • Fokus auf Schulwege, Rad- und Gehwege, Plätze, Parkplätze, Innenhöfe und dicht aneinander gebaute Gebäude
  • Ziel: bis 2030 sollen mindestens 1.000 neue Bäume gepflanzt werden – (Wichtiger Fakt: Ein Baum bewirkt eine um 12 Grad geringere Umgebungstemperatur!)
  • Förderung privater Innenhöfe
  • Entsiegelung hart bebauter Flächen, Begrünung, kühlende Gestaltung, Installation von Trinkwasserbrunnen
  • Klimatisierung und passive Kühlung in Schulen, Pflegeheimen und Amtsgebäuden
  • Einrichtung von so genannten konsumfreien „Cool spots“ 

Bei Neugestaltungen und Sanierungen öffentlicher Plätze werden die oben genannten Punkte als mögliche Maßnahmen in die Planung miteinfließen. 

Was, wann und wie umgesetzt werden soll, wird von einem interdisziplinären Gremium unter der Leitung der Abteilung Stadtplanung festgesetzt. Es besteht aus Vertretern der Abteilungen Stadtplanung, Klima- und Umweltschutz, Stadtgarten, Soziales und Straßenbau- und Verkehr. Das Gremium wird nach genauen Statuten erarbeiten, welche Maßnahmen wann konkret gesetzt werden und legt diese dem Stadtsenat zur Beschlussfassung vor.

„Wir stehen kurz vor Beschlussfassung des Stadtentwicklungskonzeptes, eines der zentralen Leitziele des STEK ist die Begrünung. Das ging auch aus der Befragung der Bevölkerung zum neuen STEK eindeutig hervor."
DI Robert Piechl, Leiter der Abteilung Stadtplanung

„Der Klimawandel ist längt in Klagenfurt angekommen, ist deutlich mess- und spürbar. Prognosen für 2085 zeigen ein Temperaturplus von 6,4 Grad – es wird noch wärmer, daher müssen wir jetzt aktiv werden. Mehr Hitzetage, mehr Sommertage, längere Trockenperioden – das hat Auswirkungen auf die Bevölkerung – für vulnerable Gruppen ist das auf jeden Fall gesundheitsgefährdend – daher das Projekt Cool Down, damit öffentliche Plätze kühle Zonen haben."
Dr. Wolfgang Hafner, Leiter der Abteilung Klima- und Umweltschutz

Die 50 Prozent der Parkgebühren in der Ostbucht werden mit durchschnittlich 600.000 Euro bemessen. Der Hitzeschutzfonds ist so konzipiert, dass er auch mit anderen Geldern ergänzt werden kann (Fördergelder, private Gelder etc.) 

Bäume, mehr Grünraum etc. sind optimale Varianten, es werden aber trotzdem auch Klimaanlagen und andere Beschattungsmaßnahmen notwendig sein. Die Abteilung Facility Management hat hier beispielsweise bereits ein Konzept für Schulen ausgearbeitet.

Die beiden Vizebürgermeister Roland Rabitsch und Patrick Jonke werden den Antrag zur Beschlussfassung von „Cool Down Klagenfurt“ in der nächsten Stadtsenatssitzung einbringen.