Flächendeckendes E-Carsharing bietet Alternative zum eigenen Auto

Das Projekt Share4u setzt auf die Förderung von nachhaltiger Mobilität und kombiniert das Angebot von E-Carsharing, Bike-Sharing, E-Scooter, E-Carsharing und des Öffentlichen Personennahverkehrs. Allein das E-Carsharing von „Avant2Go“ mit 40 Standorten mit 52 Fahrzeugen verzeichnet bis dato 130.000 Fahrten mit 693.072 Kilometer gefahrenen Kilometern.

Die Projektpartner von Share4u zogen bei einem Pressegespräch am Heiligengeistplatz eine sehr positive Bilanz.

Die Projektpartner von Share4u zogen bei einem Pressegespräch am Heiligengeistplatz eine sehr positive Bilanz. Foto: StadtKommunikation/Zangerle

Der motorisierte Individualverkehr gilt als der größte CO₂-Verursacher im urbanen Raum. Mit dem innovativen Förderprojekt Share4u hat die Stadt gemeinsam mit den Partnern Avant Car GmbH, Energie Klagenfurt GmbH, IPAK GmbH und Klagenfurt Mobil GmbH in den letzten drei Jahren eine flexible, emissionsfreie Ergänzung zum öffentlichen Verkehr aufgebaut. Herzstück ist das flächendeckende E-Carsharing-System „Avant2Go“ verknüpft mit einer digitalen Mobilitätsdatenplattform für Buchung und Vernetzung. 

Die Angebote von Bike-Sharing, E-Scooter, E-Carsharing und ÖPNV werden zusammengeführt. Mit dieser attraktiven Alternative zum eigenen Auto sollen einerseits Privatpersonen und andererseits Unternehmen angesprochen werden, die auf eigene Fahrzeuge verzichten. Mit Ende September läuft das Projekt aus. Bei einer Pressekonferenz am Freitag im Rahmen der Mobilitätswoche wurde gemeinsam Bilanz gezogen und ein Ausblick gegeben.

Seit Projektstart im Juli 2023 hat sich einiges in Sachen nachhaltiger Mobilität getan. Mit Inbetriebnahme der ersten E-Fahrzeuge im März 2024 entwickelte sich das System sehr positiv und übertraf die Erwartungen der Projektbeteiligten sogar teilweise. Von den mittlerweile 40 Standorten liegen 32 im Klagenfurter Stadtgebiet und acht in anderen Gemeinden wie Ferlach, Pörtschach, Krumpendorf, Velden sowie am Flughafen Ljubljana. Die Flotte ist auf aktuell 52 E-Fahrzeuge angewachsen. 

104 Tonnen CO₂ eingespart

Damit wurde das ursprüngliche Flottenziel von 30 Fahrzeugen deutlich übertroffen. Über die gesamte Projektlaufzeit haben sich mehr als 4.000 Personen registriert. Es wurden rund 130.000 Fahrten absolviert und dabei 693.072 Kilometer zurückgelegt. Das entspricht einem rechnerischen CO₂-Äquivalent von etwa 104 Tonnen. Parallel dazu baute Share4u ein digitales „Smart Mobility Ecosystem“ auf, das die Mobilitätsdaten von Bikesharing (nextbike), E-Scootern (Tier, Lime, Max) und E-Carsharing (Avant Car) zusammenführt. 

Dieses Angebot ist eng mit dem öffentlichen Verkehr verknüpft, etwa durch ein Zusatzguthaben für Inhaber einer KMG-Jahreskarte. Share4u endet mit Auslauf der Projektzeit Ende September nicht. Im Gegenteil: Im Sinne der Smart City Klimastrategie der Stadt wird ein weiterer Ausbau auf bis zu 120 Fahrzeuge an 50 Standorten in Klagenfurt und Umgebung angepeilt. Parallel expandiert Avant Car bereits eigenständig in umliegende Gemeinden. Gefördert wird das Projekt Share4u im Rahmen des FFG-Programms „Mobilität 2022 – Städte und Digitalisierung“. Die Gesamtförderungssumme beläuft sich auf über 700.0000 Euro.

Statements Pressekonferenzteilnehmer
 

„Gemeinsam ist es gelungen, mit Share4u konkrete Beiträge zur Verbesserung der Standort- und Lebensqualität in unserer Stadt zu leisten. Hervorzuheben ist auch, dass die Umsetzung aufgrund der umfangreichen Projektförderungen keine zusätzliche budgetäre Belastung für den Finanzhaushalt der Stadt dargestellt hat. Die Fördermittel konnten dabei auch deshalb eingeworben werden, weil unsere Stadt eine aktive Rolle im Klimaschutz einnimmt und Teil europäischer und nationaler Netzwerke für klimaneutrale Städte ist.“
Bürgermeister Christian Scheider

„Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts Share4u zeigen wir, wie praxistaugliche und verlässliche Alternativen zum eigenen Auto in unserer Stadt funktionieren. Wir schaffen damit moderne Angebote, die Lebensqualität und Mobilität für alle Klagenfurterinnen und Klagenfurter sozial gerecht und vernünftig verbinden. Ein herzliches Dankeschön an alle Partner sowie an die Bürgerinnen und Bürger, die dieses Angebot so stark nutzen und unsere Stadt gemeinsam voranbringen.“
Stadtentwicklungsreferent Vizebürgermeister Ronald Rabitsch

„Share4u trägt auch dazu bei, den Öffentlichen Personennahverkehr stärker ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. Daher arbeiten wir gemeinsam mit dem Land Kärnten als starken Partner daran, das KMG-Busliniennetz und die Taktung weiter zu attraktiveren. Je besser die Busanbindungen, desto eher wird das Angebot von möglichst vielen Menschen angenommen. Ein ausgewogener Mobilitätsmix erhöht die Lebensqualität in unserer Landeshauptstadt.“
Straßenbau- und Verkehrsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann, BA MA

„Es ist gelungen, mit Share4u in kurzer Zeit ein flächendeckendes E-Carsharingsystem in Klagenfurt zu etablieren. In Kombination mit einem gut ausgebauten Netz der Öffentlichen Verkehrsmittel wird es der Bevölkerung leicht gemacht, auf das eigene Auto zu verzichten.“
Dr. Wolfgang Hafner (Leiter Abt. Klima- und Umweltschutz)

„Bei den Klagenfurterinnen und Klagenfurtern ist das E-Carsharing angekommen. Mit Jahresende werden wir voraussichtlich bereits die Marke von einer Million gefahrenen Kilometern mit unseren Fahrzeugen erreichen. Damit können 100 Tonnen CO₂ eingespart werden. Ich bedanke mich bei der Stadt Klagenfurt mit ihren Fachabteilungen für die gute Zusammenarbeit beim Projekt Share4u.“
Gaspar Ogris-Martic (Geschäftsführer Avant Car Klagenfurt)

„Das E-Carsharing von AvantCar erweitert das Mobilitätsangebot in Klagenfurt um einen wichtigen Baustein. E-Carsharing schließt die Lücke zwischen öffentlichen Verkehr und individuellen Mobilitätsbedarf.“
Hansjörg Schusser, MSc (Geschäftsführer KMG)

„Mit dem Share4u-Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Mobilität der Zukunft in Klagenfurt. Durch die Bereitstellung der Ladeinfrastruktur schaffen wir die notwendige Basis für ein attraktives e-Carsharing-Angebot. Unser Ziel ist es, den Menschen flexible Mobilitätsalternativen anzubieten und damit den öffentlichen Verkehr sinnvoll zu ergänzen.“
Helge Spendier (Leiter STW Vertrieb & Kundenservice)