Müllabholung: Entsorgungsreferentin nimmt zu Kritik Stellung
Seit Anfang 2026 gilt in Klagenfurt eine neue Regelung bei der Müllabholung. Unter anderem werden Mülltonnen von den Mitarbeitern der Abteilung Entsorgung nur noch an der Grundstücksgrenze abgeholt. Beim überwiegenden Teil der insgesamt 17.000 Liegenschaften bzw. Abholpunkten funktioniert die neue Regelung reibungslos. Nur ein paar wenige Liegenschaften beschweren sich über diese Vorgehensweise. Dies ist auch Inhalt einer aktuell öffentlich geäußerten Kritik. Entsorgungsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann BA, nimmt dazu Stellung.
„Die Bereitstellung der Mülltonnen mit einem Toleranzbereich von 10 Metern wurde schon in der Abfuhrordnung 2007 vom Gemeinderat beschlossen. Die Änderung in der Abfuhrordnung 2025 ist lediglich, dass die Tonne an der Grundstücksgrenze bereitgestellt werden soll. Wenn dies nicht möglich ist, kann in Abstimmung mit der Abteilung Entsorgung eine Aufstellung maximal 10 Meter von einer für Müllfahrzeuge befahrbaren Verkehrsfläche vereinbart werden. Das Behälterservice wird vom Magistrat angeboten. Es kann jedoch selbst entschieden werden, dies von einer anderen Firma durchführen zu lassen.“
Entsorgungsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann BA
Wie die Abteilung Entsorgung aufklärt, gibt es für die gewählte Entfernung von maximal 10 Meter gute Gründe: Ein paar wenige Liegenschaftseigentümer stellen ihre Behälter auf ihrem privaten Eigentum so ungünstig auf, dass die Müllwerker die verstellten Tonnen an Hindernissen wie verparkten Fahrzeugen oder Fahrrädern vorbei zum Müllfahrzeug zur Entleerung bringen müssen. Ein freier und somit gefahrloser Zugang zu den Behältnissen ist bei einigen Liegenschaften somit nicht möglich.
Ebenfalls erschweren auf privatem Eigentum verschiedenste Bodenverhältnisse wie Wiesen, Eisflächen oder Schneehaufen die Abholung. Ein städtischer Müll-LKW bewirtschaftet täglich mehr als 400 Liegenschaften. Angesichts dieser Problematiken ist dies in der gewohnten Qualität aber nicht mehr möglich. Ein Vergleich mit anderen Städten und Gemeinden im In- und Ausland hat zudem gezeigt, dass dort das Bereitstellen von Mülltonnen an der Grundstücksgrenze zum Alltag gehört. Die Kosten für das Behälterservice, wo die Tonne am gewünschten Standort abgeholt wird, hängt von der Anzahl und Größe der Müllbehälter sowie der Anzahl von Abholungen ab.
„Jeder Bürger in Klagenfurt bezahlt für das gleiche Behältervolumen die gleiche Gebühr. Egal, ob er eine Liegenschaft am Alten Platz oder in St. Peter besitzt. Daher werden die höheren Aufwendungen für die Abholungen jenem Liegenschaftseigentümer zugeschrieben, bei welchem sie anfallen. So müssen nicht alle Bürger mit einer Gebührenerhöhung belastet werden.“
Ing. Gernot Bogensberger, Leiter der Abteilung Entsorgung
In der aktuell geäußerten Kritik wird als Beispiel eine Liegenschaft angeführt, bei welcher die Abholkosten jährlich an die 10.000 Euro ausmachen. Auch hier klärt die Abteilung Entsorgung auf: „Die Liegenschaft wird im Jahr 195 Mal von der Müllabfuhr angefahren, also jeden zweiten Tag. Hier soll eine Abholung der Mülltonnen, die in über 30 Metern Entfernung aufgestellt sind, aber kostenlos durchgeführt werden. Dieser Mehraufwand ist in den Gebühren nicht mit eingerechnet. Ebenfalls ist es bei diesen Liegenschaften fraglich, ob die Behälteranzahl nicht übertrieben ist und ob eine Mülltrennung überhaupt durchgeführt wird“, merkt Bogensberger an.
„Wir möchten uns ausdrücklich bei den zehntausendenden Bürgern bedanken, welche die Müllwerker in der täglichen Arbeit unterstützen und ihre Tonnen bereitstellen. Nur durch diese Maßnahme ist es möglich, die steigenden Kosten für die Müllbeseitigung ein wenig aufzufangen“, betont Entsorgungsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann. Denn allein ein einziger Müllwagen benötigt auf 100 Kilometer etwa 85 bis 95 Liter Diesel. Bei den aktuellen Treibstoffpreisen muss man die Auswirkung auf die Kosten der Müllabfuhr nicht erklären.
