Neue Abwasserreinigungsanlage Klagenfurt soll 2031 in Betrieb gehen

Die bestehende Kläranlage soll am Standort an den Stand der Technik angepasst und die Kapazität auf 330.000 Einwohner erhöht werden. Es laufen bereits Vergabeverfahren für die Projektbegleitung und für einen Generalunternehmer+. 85 Millionen Euro sollen in die Erneuerung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) investiert werden.

Entsorgungsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann, BA und Ing. Gernot Bogensberger (Leiter Abt. Entsorgung) stellten bei der Kläranlage Details zum neuen Projekt vor.

Entsorgungsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann, BA und Ing. Gernot Bogensberger (Leiter Abt. Entsorgung) stellten bei der Kläranlage Details zum neuen Projekt vor. Foto: StadtKommunikation/Spatzek

Über 40 Millionen Liter Abwasser aus Klagenfurt und den elf Umlandgemeinden werden täglich auf dem rund 10 Hektar großen Areal in der Boltzmannstraße 1 gereinigt. Nach der mehrstufigen Aufbereitung ist das Rücklaufwasser wieder nahezu rein und kann an die Natur zurückgegeben werden. Die 1967 erbaute Kläranlage wird nächstes Jahr 60 Jahre alt. Das Ende ihrer Betriebszeit ist damit absehbar. Die Stadt hat vorgesorgt und nach Studien und Evaluierungen im Jahr 2020 einen Grundsatzbeschluss für das Projekt Kläranlage neu gefasst. 

2023 startete die Einreichplanung für die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Klagenfurt auf Basis des Bestbieterangebotes mit dem innovativen „Biocos“-Behandlungsverfahren für Kommunale Abwässer. Das „Biocos“-Verfahren ist eine Weiterentwicklung des klassischen Belebtschlammverfahrens, das Nachklärbecken durch zwei Sedimentations- und Umwälzbecken ersetzt, um Abwasser effizienter zu behandeln. 2025 erfolgte die Erstellung der Vergabeunterlagen sowie die Wasserrechtsverhandlung für die Anpassung der Kläranlage an den Stand der Technik. Diese ist bereits positiv abgeschlossen. Der Bewilligungsbescheid ist Ende 2025 an die Stadt ergangen.

Mittlerweile ist die Kläranlage auch bei ihren Kapazitäten an die Grenzen gestoßen. Daher sieht die wasserrechtliche Genehmigung die Erhöhung der Ausbaugröße von derzeit 300.000 auf 330.000 Einwohner vor. Außerdem steigt die hydraulische Leistungsfähigkeit der ARA für den Regenwetterfall von derzeit 1.025 auf 1.850 Liter pro Sekunde. Deutlich größer wird auch das Retentionsvolumen für die Mischwasserbehandlung. Es erhöht sich von derzeit 5.400 m³ auf 27.000 m³. 

„Die geschätzten Baukosten für die notwendige Modernisierung der Kläranlage belaufen sich aktuell auf rund 85 Millionen Euro. Die Finanzierung des Projektes wird über die Entnahme aus den zweckgebunden Haushaltsrücklagen Kanalisation durchgeführt. Zudem sollen Förderungen von Bund und Land lukriert werden.“
Entsorgungsreferentin Stadträtin Sandra Wassermann, BA

Anfang März wurde das zweistufige europaweite Vergabeverfahren für einen Generalunternehmer+ eingeleitet. Im April wird die Ausschreibung für die Projektbegleitung und Kontrolle online gehen. Im Oktober will man die Zuschlagsentscheidung für den Generalunternehmer+ treffen. 

„Die Ausschreibung eines Generalunternehmer+ wird auf Grundlage eines detaillierten Raumbuches, des wasserrechtlichen Genehmigungsbescheides und eines vollständigen Betriebskonzeptes durchgeführt. Vorgeschrieben wird, dass der Generalunternehmer+ die Anlage für mindestens sechs Monate gemeinsam mit der Abteilung Entsorgung betreibt.“
Ing. Gernot Bogensberger, Leiter der Abteilung Entsorgung

In diesem Probebetrieb ist auch die Bestätigung des Abwasserbehandlungspreises laut Ausschreibung ein wichtiges Kriterium. Durch die Modernisierung der Technik wird es möglich, 15 bis 20 Prozent der Kosten im Betrieb einzusparen. Damit kann der Abwasserbehandlungspreis auch in sechs Jahren noch gehalten werden. Die Mitarbeiter der ARA Klagenfurt sollen mit abgestimmten Schulungen während der Bauzeit die nötige Qualifikation für den zukünftigen Betrieb erwerben. 

Läuft alles planmäßig, könnte es heuer im November bereits einen offiziellen Spatenstich für die Adaptierung der Kläranlage geben. Bis 2030 ist die Bauphase während des laufenden ARA-Betriebes geplant. 2031 sollen dann die Teile der alten Kläranlage außer Betrieb und die Neuteile in Betrieb genommen werden. Danach folgen ein Probebetrieb und die wasserrechtliche Endüberprüfung der ARA Klagenfurt bis 2032.

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