Zukunftsdialog 2026: Klimaschutz und Wirtschaft gehen Hand in Hand

Klagenfurt moves forward – unter diesem Motto fand der Zukunftsdialog im Veranstaltungszentrum Lakeside Spitz statt. Nationale und internationale Experten erörterten vor Fachpublikum, was Klimaschutz einer Stadt wie Klagenfurt bringt und welche Vorteile sich daraus ergeben.

Dr. Jürgen Schneider, Dr. Wolfgang Hafner, Bürgermeister Christian Scheider, Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger, Vizebürgermeister Ronald Rabitsch, Magistratsdirektorin Mag. Isabella Jandl, Teresa Steininger Ph.D. und Stadträtin Sandra Wassermann, BA MA nahmen am Zukunftsdialog 2026 teil.

Die österreichische Bundesregierung hat vor kurzem einen neuen Entwurf für ein verbindliches Klimagesetz vorgestellt, das die Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 festschreibt. Erreicht werden soll dieses Ziel mittels Reduzierung von Emissionen, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft. Klagenfurt verfolgt diese Maßnahmen schon lange. Durch die Teilnahme in der EU-Cities Mission „100 klimaneutrale und smarte Städte bis 2030“ ist man Vorreiter im Klimaschutz. Doch was bringt das einer Stadt wie Klagenfurt? Dieser Frage ging die Stadt Klagenfurt gemeinsam mit der Mission Facility Austria beim Zukunftsdialog „Klagenfurt moves forward – Wettbewerbsvorteil durch Climate Action?“ am Montag im Veranstaltungszentrum Lakeside Spitz nach. Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden noch am Veranstaltungstag erste Ergebnisse gemeinsam von Vertreterinnen und Vertretern von Stadt, Land, Bund und EU präsentiert. 

 

Nationale und internationale Expertinnen und Experten diskutierten vor Fachpublikum, wie Climate Action strategisch in der Stadt und Region verankert werden kann und welche Partnerschaften es braucht, damit daraus ein echter Wettbewerbsvorteil für die Stadt Klagenfurt und den Standort Kärnten wird. Eine erste wichtige Erkenntnis bei der Dialogveranstaltung: Klimaschutz und Wirtschaft schließen einander nicht aus. Im Gegenteil: sie müssen Hand in Hand gehen, um Basis für eine zukünftige nachhaltige und gewinnbringende Wirtschaftsentwicklung zu sein. Zweite wichtige Erkenntnis: Klimaschutz bedeutet Lebensqualität. Im Zeichen des Klimawandels können Städte wie Klagenfurt durch umgesetzte Klimaschutzmaßnahmen in Zukunft auf vielen Ebenen profitieren. 

 

Spannende Vorträge zu Climate Action lieferten aus europäischer Perspektive Elena Kostadinova (EU-Kommission Generaldirektion) und nationaler Perspektive Dr. Jürgen Schneider (Bundesministerium Sektion VI - Umwelt und Klima). Teresa Steininger (OECD Centre for Entrepreneurship, SMEs, Regions and Cities) beleuchtete das Thema aus internationaler Perspektive. Aufschlussreiche Erkenntnisse ergaben sich für das Publikum bei den beiden Diskussionsrunden „Kosten des Nicht-Handelns und wirtschaftliche Chancen der Anpassung“ und „Warum lohnt sich Climate Action?“. 

 

„Seit 2011 setzt Klagenfurt bereits auf Klimaschutz und ist national und international vernetzt. Mit unserer Smart City Klimastrategie konnte schon viel CO2 eingespart werden. Jetzt gilt es, weiter die richtigen Schritte zu setzen und auf dem Weg des Klimaschutzes die Bürger und die Wirtschaft mitzunehmen. Investitionen in Energieeffizienz, erneuerbare Energien, moderne Mobilität oder eine klimaangepasste Stadtentwicklung können gleichzeitig Investitionen in Innovation, regionale Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze sein.“ Bürgermeister Christian Scheider

„Die Lebens- und Wirtschaftsstandorte der Zukunft werden daran gemessen, wie gut sie Klimaschutz, Klimaanpassung und Lebensqualität miteinander verbinden. Mit ‚COOL DOWN Klagenfurt‘ setzen wir genau hier an - wir investieren in Begrünung, Entsiegelung und klimafitte Stadträume, um unsere Stadt auch in Zeiten des Klimawandels attraktiv, lebenswert und wettbewerbsfähig zu halten.“ Stadtentwicklungsreferent Vizebürgermeister Ronald Rabitsch

„Mit dem Zukunftsdialog ‚Klagenfurt moves forward‘ wollen wir den Blick bewusst nach vorne richten. Klagenfurt hat großes Potenzial, wenn wir Wissenschaft, Wirtschaft, Stadtverwaltung und europäische Perspektiven zusammenbringen und gemeinsam konkrete Lösungen entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Visionen, sondern vor allem um die nächsten Schritte - wie können wir Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung verbinden, welche Chancen ergeben sich für unsere Stadt und wie können wir diese gemeinsam nutzen? Dieser Dialog soll neue Impulse geben, den Austausch stärken und zeigen, dass Klagenfurt bereit ist, die Zukunft aktiv zu gestalten.“ Klima- und Umweltschutzreferent Vizebürgermeister Patrick Jonke

„Im öffentlichen Verkehr konnten wir in Klagenfurt die Fahrgastzahlen bereits verdoppeln, drei Jahre früher als geplant. Auch werden wichtige Infrastrukturprojekte wie die neue Kläranlage und Biogasanlage zum Klimaschutz beitragen. In Planung denken wir bei Sanierung und Neugestaltung von Straßen und Plätzen die blaue und grüne Infrastruktur immer, um zukunftsfit zu sein.“ Stadträtin Sandra Wassermann, BA MA, Referentin für ÖPNV, Straßenbau und Verkehr

„Klimaschutz bedeutet Lebensqualität. Ebenso ist eine nachhaltige Entwicklung auch Basis für den wirtschaftlichen Erfolg. Daher müssen Klimaschutz und Klimawandelanpassungen immer gemeinsam gedacht werden. Klagenfurt als einziger österreichischer Teilnehmer an der EU-Cities-Mission kann hier auch weiterhin eine Vorreiterrolle einnehmen.“ Klima-, Natur- und Umweltschutzreferentin Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger

„Eine moderne Verwaltung ist ein wesentlicher Faktor für die Umsetzung des Klimaschutzes. Sie kann vor allem die Koordination zwischen Planung undKommunikation übernehmen. Unsere Stadt darf diesen Pfad nicht verlassen und soll den Funken des Klimaschutzes weitertragen.“ Magistratsdirektorin Mag. Isabella Jandl

„Klagenfurt verfolgt seit 2011 konkrete Klimaziele, ist die erste Stadt mit einer Klimabilanz gewesen und hat in Sachen Klimaneutralität schon viel erreicht. Der Zukunftsdialog hat gezeigt, dass Climate Action die Voraussetzung für nachhaltiges, ökonomisches und gewinnbringendes wirtschaften ist. Klimaschutz und Wirtschaft sind also keine Gegner, sie gehen Hand in Hand.“ Dr. Wolfgang Hafner, Leiter Abt. Klima- und Umweltschutz

„Es ist beeindruckend, was in Klagenfurt beim Klimaschutz passiert, welcher das Fundament für wirtschaftliche Entwicklung ist. Um hohe volkswirtschaftliche Kosten durch Wetterextreme und eingeschränkte Ressourcen zu vermeiden, bedarf es einer verantwortungsvollen Klimapolitik. Ein ‚weiter wie bisher‘ wird es nicht geben, da dies viel zu hohe Kosten verursacht.“ Univ. Prof.Dr. Sigrid Stagl, WU Wien

„Mit dem sich derzeit in Begutachtung befindlichen Klimagesetz erhält Klimaschutz erstmals eine richtige, rechtliche Grundlage. Wer also nichts für den Klimaschutz macht, wird auch abgestraft, weil Standorte dadurch unattraktiver werden. Wer hingegen viel macht, wird belohnt. Unser Ziel ist es, das ganze Land zukunftsfähig zu machen und zu halten.“ Dr. Jürgen Schneider, Bundesministerium Sektion VI - Umwelt und Klima

Eine aktuelle OECD-Studie hat ergeben, dass Städte von der Größe Klagenfurts eine besonders wichtige Rolle im Klimaschutz einnehmen. Sie haben aber auch besonders schwierige Rahmenbedingungen, vor allem aus finanzieller Sicht. Klagenfurt steht aber nicht alleine da. Gemeinsam mit Partnern kann die Stadt weiterhin eine Vorreiterrolle bei Climate Action übernehmen, das trägt zu Lebensqualität und Wirtschaftswachstum bei.“ Teresa Steininger, Ph.D., OECD Centre for Entrepreneurship, SMEs, Regions and Cities