Ein Tag, der Geschichte schrieb: Der 10. Oktober

Heute, Samstagvormittag, fanden im Landhaushof wieder die offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Kärntner Volksabstimmung statt. Zahlreiche Gäste nahmen an den Feierlichkeiten teil.

Mitglieder der Klagenfurter Stadtregierung begingen gemeinsam mit Bürgermeister Christian Scheider, Landeshauptmann Ing. Daniel Fellner und Mitgliedern der Kärntner Landesregierung die Feierlichkeiten des 10. Oktobers. Foto: StadtKommunikation/Hude

Mitglieder der Klagenfurter Stadtregierung begingen gemeinsam mit Bürgermeister Christian Scheider, Landeshauptmann Ing. Daniel Fellner und Mitgliedern der Kärntner Landesregierung die Feierlichkeiten des 10. Oktobers. Foto: StadtKommunikation/Hude

Heute vor genau 106 Jahren stimmte die Mehrheit der Kärntner Bevölkerung für den Verbleib bei Österreich. Aus dem damaligen freien und ungeteilten Kärnten wurde im Laufe der Jahre ein Kärnten der Vielfalt und des Miteinanders. Geprägt durch seine Geschichte, die Kulturen, Volksgruppen und Sprachen, stellt Österreichs südlichstes Bundesland einen verbindenden interkulturellen Knotenpunkt dar. Von einer ursprünglich konfliktgeladenen Grenzregion hat sich Kärnten zu einem kulturübergreifenden, vereinenden Bundesland entwickelt, das auch ein großes wirtschaftliches und bildungspolitisches Potenzial aufweist. 

„Der 10. Oktober erinnert uns an unsere Vergangenheit, aber er verpflichtet uns auch zur Gestaltung unserer Zukunft. Wir sollten stolz auf unsere Geschichte sein, ohne in ihr stehen zu bleiben. Die Alpen-Adria-Region kann ein Beispiel dafür sein, wie aus einer Geschichte von Grenzen und Konflikten eine gemeinsame Zukunft entstehen kann. Für uns in Kärnten ist es wichtig, diesen gemeinsamen Lebensraum nicht als Grenze, sondern als Chance zu begreifen.“
Bürgermeister Christian Scheider

Besonders in der heutigen Zeit, in Bezug auf die Konflikte und Kriege in dieser Welt, macht der Kärntner Landesfeiertag einmal mehr darauf aufmerksam, wie wichtig und kostbar Frieden und Freiheit sind – eine Grundvoraussetzung für das Zusammenleben in einer demokratischen Gesellschaft, aber keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Daran knüpft auch Bürgermeister Scheider in seiner Rede zum 10. Oktober an: „Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, gemeinsame Herausforderungen mit der Kraft guter Nachbarschaft zu bewältigen. Dafür braucht es Zusammenhalt. Es braucht Heimatliebe. Es braucht Empathie und die Bereitschaft, mit Offenheit und Kontaktfreudigkeit über den eigenen Horizont hinauszublicken. Denn wer seine Heimat kennt und schätzt, kann anderen offen begegnen.“

Der inhaltliche Schwerpunkt der diesjährigen Feierlichkeiten richtete sich unter anderem auch an die jungen Generationen. Die Festredner betonten die Wichtigkeit von Gemeinschaft und Zusammenhalt für ein friedvolles Miteinander sowie die Bereicherung, die aus der vorherrschenden Vielfalt und dem sprachlichen Reichtum in Kärnten und Klagenfurt hervorgeht. Weiters wird an die jungen Generationen appelliert, dass sie aus der Geschichte lernen sollen, diese nicht vergessen und die Erfahrungen der Vergangenheit in etwas Positives für eine gemeinsame Zukunft verwandeln sollen. Besonders in einer Zeit der Herausforderungen ist es umso wichtiger, Brücken zu bauen und für ein gemeinsames Miteinander zu leben – darauf wurde in den Ansprachen einmal mehr aufmerksam gemacht. 

LH Ing. Daniel Fellner richtete heute seine Rede zum Kärntner Landesfeiertag erstmals als Landeshauptmann an die Bürgerinnen und Bürger: „Der 10. Oktober ist ein Tag, der in Kärnten und für Kärnten Geschichte geschrieben hat. Unsere Geschichte lebt von den Erzählungen unserer Vorfahren, sie lebt von unserem Gedenken. Lebendige Geschichte hält uns wach und wachsam, nur sie ist ein Garant für Demokratie. Die Demokratie, die uns in die Wiege gelegt wurde, ist wahrscheinlich das größte Geschenk, das wir bekommen haben.“

Die Feierlichkeiten zum Tag der Kärntner Volksabstimmung fanden auch heuer wieder traditionell am Annabichler Friedhof mit der offiziellen Kranzniederlegung ihren Auftakt und endeten im Landhaushof. Wie gewohnt, begleiteten Musik und diverse Sängerinnen und Sänger sowie Traditionsverbände beider Volksgruppen den Festakt, welcher in beiden Landessprachen abgehalten wurde.