Klirrende Kälte: Notfallplan für Obdachlose

Stadt Klagenfurt und Caritas Kärnten unterstützen wohnungslose Menschen bei den aktuell tiefen Temperaturen mit einem weiteren Notquartier. Zusätzlich zum Eggerheim und der Notschlafstelle stehen im Gemeindezentrum Waidmannsdorf ab sofort 16 Betten zur Verfügung.

 

Bürgermeister Christian Scheider, Caritas-Direktor Ernst Sandriesser, Katrin Starc (Fachbereichsleiterin der Wohnungslosenhilfe der Caritas Kärnten) und Sozialabteilungsleiter Joachim Katzenberger bei der Präsentation des Notfallsplan für obdachlose Menschen. Foto: StadtKommunikation

Der anhaltend kalte Winter mit teils zweistelligen Minusgraden in der Nacht stellt für obdachlose Menschen eine besondere Gefahr dar. Das von der Caritas geführte Eggerheim und die Notschlafstelle sind derzeit vollständig ausgelastet. Um sicherzustellen, dass niemand gezwungen ist, die Nacht im Freien zu verbringen, hat die Stadt Klagenfurt gemeinsam mit der Caritas Kärnten einen Notfallplan entwickelt.

Wohnungslose Frauen werden derzeit im „Hilda Schärf Heim“ der Volkshilfe versorgt, Männer in der Notschlafstelle NOST der Caritas und zusätzlich im Notquartier der Stadt im Gemeindezentrum Waidmannsdorf mit aktuell 16 Schlafplätzen. Die Einrichtung wird von der Stadt Klagenfurt in enger Kooperation mit der Caritas Kärnten betrieben und kann nach Bedarf jederzeit geöffnet werden.

 „Klagenfurt ist im gesamten Bundesland die wichtigste Anlaufstelle für obdachlose Menschen. Andere Kärntner Städte wie Villach oder Völkermarkt haben keine Notschlafstellen. Wir decken hier den Bedarf für ganz Kärnten ab. Ich appelliere daher eindringlich an das Land Kärnten, diese Verantwortung wahrzunehmen und dafür zu sorgen, dass obdachlose Menschen möglichst nah in ihren Bezirken versorgt werden können.“ 
Bürgermeister Christian Scheider 

„Die aktuelle Situation kommt nicht überraschend. Hatten wir im Eggerheim in den letzten fünf Jahren im Schnitt noch 600 Besucher im Jahr, so sind jetzt über 1000! Klagenfurt allein wird es nicht schaffen. Gemeinden und Land Kärnten müssen uns mehr unterstützen!“
Caritas-Direktor Mag. Ernst Sandriesser 

Scheider und Sandriesser unterstreichen die hervorragende Zusammenarbeit der Stadt und der Caritas im Sinne der von Armut und Wohnungslosigkeit betroffenen Menschen. 

Die Stadt Klagenfurt unterstützt das Eggerheim der Caritas und das Hilda-Schärf-Heim der Volkshilfe mit insgesamt 900.000 Euro.

Auch die Bevölkerung kann unterstützen:

Wer einen obdachlosen Menschen bei Kälte in Gefahr sieht, kann sich jederzeit beim Kältetelefon melden. Ein Anruf kann laut tatsächlich Leben retten. 

Sollte man jemanden sehen, der womöglich diese Hilfe braucht, bitte sofort beim Kältetelefon unter der Nummer +43 463 39 60 60 anzurufen und den Ort, wo sich die Person aufhält, durchgeben. Die Hotline ist bis Ende März täglich von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens besetzt.