Zivil- & Katastrophenschutz

Hochwasser, Sturm, Erdbeben, technische Katastrophen, verheerende Brände, folgenschwere Unfälle, Stromausfälle - Katastrophenereignisse können vielfältig sein und jederzeit eintreten. Um Krisensituationen bestmöglich zu überstehen, ist ein Zusammenspiel von Behörden, Rettungs- und Einsatzorganisationen und selbstschutzbereiten Bürgern essentiell.

Die öffentliche Hand hat die Hauptaufgabe, die Bevölkerung für allfällige Krisen- und Katastrophensituationen zu sensibilisieren und Bewusstsein für Eigenverantwortung und Selbstschutz zu schaffen. Außerdem erarbeiten Behörden geeigneter Katastrophenschutzpläne und richten im Bedarfsfall Krisenstäbe ein.

Zivil- und Katastrophenschutz geht jeden etwas an! 

Denn die Bevölkerung kann im Katastrophenfall nicht davon ausgehen, von Behörden oder Institutionen rundum versorgt zu werden. Hier ist vor allem Eigenverantwortung gefordert. Daher sollte man sich mit möglichen Gefahren (beim Wohnort) sowie den nötigsten Vorbereitungen und Bevorratungen möglichst früh auseinandersetzen.

Auf der Webseite der Berufsfeuerwehr finden Sie Informationen über die in Katastrophenfällen geltenden Sirenensignale.

  • Bewahren Sie Ruhe. Schalten Sie ein Radio ein, dass auch ohne Strom funktioniert (ORF Radio Kärnten) und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte. Beachten Sie Laut- sprecherdurchsagen.

  • Informieren und unterstützen Sie Nachbarn und hilfsbedürftige Personen in Ihrer Nachbarschaft.

  • Schalten Sie alle strombetriebenen Geräte aus. Damit verhindern Sie, dass diese Geräte zu einer Gefahrenquelle werden, sobald der Strom wieder fließt (Herd, Bügeleisen, Werkzeug, etc.).

  • Lassen Sie eine Lampe oder ein Licht an, damit Sie merken, wenn die Stromversorgung wieder funktioniert.

  • Akkus schonen. Gehen Sie sparsam mit batteriebetriebenen Geräten um.

  • Bleiben Sie, wenn möglich, zu Hause. Vermeiden Sie Autofahrten, die nicht unbedingt nötig sind. Ausgefallene Ampeln erhöhen die Unfallgefahr.

  • Beim Gebrauch von Kerzen auf den Brandschutz nicht vergessen. Feuerlöscher griff- bereit halten.

  • Bei Verwendung von Campingkochern oder Brennpasten immer für eine ausreichende Belüftung des Wohnraumes sorgen.

  • Holzkohlengriller und Gasgriller nur im Freien verwenden. Durch Kohlenmonoxidbildung besteht Erstickungsgefahr und damit akute Lebensgefahr!

  • Besondere Vorsicht vor Verbrennungen und Verletzungen im Haushalt. Stolperfallen beseitigen, Erste-Hilfe-Kasten und Verbandmaterial bereitstellen.

  • Wenn die Wasserleitung noch funktioniert, kann man noch den Wasservorrat ergänzen. Leere Flaschen oder Kanister eignen sich bestens dafür.

  • Wenn das Telefonnetz noch funktioniert. Wählen Sie den Notruf nur in wirklichen Notfällen. Die Notrufzentralen sind keine Auskunftsstellen.

Das Land Kärnten hat eine Internetseite eingerichtet, welche die Bevölkerung auf ein mögliches Blackout bestmöglich vorbereiten soll:
Blackout Kärnten - Vorbereitet auf den Ernstfall

  • Schützende Räumlichkeit (Schutzraum) oder Wohnung aufsuchen. Radio und TV einschalten. Behördliche Anordnungen beachten.

  • Alle Fenster und Türen schließen, Lüftungen abschalten. Wenn vorhanden, Schutzfiltersysteme einschalten.

  • Behelfsschutz: Wohnung mit Klebebändern abdichten. Für den Aufenthalt einen Wohnraum mit den geringsten Fensterflächen auswählen.

  • Weidetiere in den Stall bringen. Futtervorräte und Brunnen abdecken.

  • Beim Aufenthalt im Freien eine leicht zu reinigende Kleidung mit glatter Oberfläche (Regenschutz) und einen Mund-/Nasenschutz verwenden.

  • Vor dem Betreten der Wohnung Schuhe und Oberbekleidung ablegen.

  • Nach dem Durchzug einer radioaktiven Wolke auf besondere Reinlichkeit achten. Duschen, Hände und Bart besonders gründlich waschen.

  • Wohnung gründlich reinigen. Staubsauger mit Filtersystemen verwenden.

  • Haus und unmittelbare Umgebung (Zufahrten, Aufgänge etc.) mit Wasser- schlauch reinigen. Bei allen Reinigungsarbeiten Staubaufwirbelung vermeiden.

  • Kein Obst und Gemüse aus dem Garten essen. Nach Möglichkeit Lebensmittel verwenden, die noch vor der radioaktiven Belastung hergestellt wurden (Vorrat).

  • In jedem Fall die Ratschläge und Anordnungen der Behörden beachten (Radio, Fernsehen, Printmedien, Lautsprecherdurchsagen).

  • In geschlossenen Wohnräumen bleiben oder sich dorthin begeben und jeden nicht unbedingt notwendigen Aufenthalt im Freien vermeiden.

  • Fenster und Türen geschlossen halten und soweit als möglich zusätzlich abdichten. Behelfsmäßig abdichten mit Klebestreifen und elastischen Kitten - Türschlitze mit feuchten, zusammengelegten Tüchern verstopfen.

  • Belüftungs- und Klimaanlagen abschalten.

  • Sofern Gefahr besteht, dass die Kleidung mit chemischen Schadstoffen in Kontakt gekommen ist, sollte die Bekleidung vor Betreten der Wohnung bzw. des Hauses abgelegt und gewechselt werden.

  • Unbedeckte Körperteile gründlich mit fließendem Wasser waschen.

  • Feuchte Tücher vor den Mund gehalten, können für begrenzte Zeit einen relativen Schutz gegenüber einigen Schadstoffen gewährleisten.

  • Obst und Gemüse in schadstoffbelasteten Gebieten bis auf weiteres weder ernten noch verzehren.

  • Netzunabhängiges Radio für die Entgegennahme zusätzlicher behördlicher Mitteilungen bereithalten.

  • Behördliche Anordnungen (Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen) unbedingt beachten.

Vor dem Erdbeben:

  • Gebäude in gutem Bauzustand erhalten (Schornsteine, Balustraden, Dachrinnen und dergleichen).

  • Schwere Möbel und Gerätschaften (Warmwasserspeicher) gut verankern.

  • Keine schweren Bilder oder Regale über dem Bett montieren.

  • Lage des Hauptschalters für Strom und der Absperrventile für Gas und Wasser einprägen.


 Während eines Erdbebens:

  • Ruhe bewahren, Panik vermeiden.

  • Nicht ins Freie laufen (Gefahr durch herabfallende Trümmer).

  • Schutz unter einem Türstock oder unter einem stabilen Tisch suchen.

  • Nähe von Fenstern meiden (Glassplitter) und keine Aufzüge benützen.

  • Im Freien Sicherheitsabstand zu Gebäuden und elektrischen Freileitungen einhalten. Im städtischen Bereich am besten den nächsten Hauseingang oder eine Hauseinfahrt aufsuchen.


 Nach einem Erdbeben:

  • Verletzte versorgen.

  • Schäden feststellen. Bei größeren Schäden, Strom abschalten und Haupthähne von Gas und Wasser schließen.

  • Gebäude verlassen (Aufzüge nicht benützen). Notgepäck mitnehmen. Vorsicht vor herunterfallenden Dachziegeln und Glasscheiben.

  • Draußen Sicherheitsabstand zu Gebäuden einhalten (Gefahr von Nachbeben).

  • Batterieradio einschalten und behördliche Anordnungen beachten.

Vor dem Hochwasser:

  • Nehmen Sie Hochwasserwarnungen ernst! Verfolgen Sie die aktuellen Wettermeldungen. Beachten Sie die Mitteilungen der Behörden. Informieren Sie Mitbewohner und Nachbarn.

  • Denken Sie daran, dass beim Eintreten der Hochwassergefahr eventuell nicht jedes Familienmitglied zu Hause ist. Vor allem mit Kindern abklären, wo sie hingehen sollen.

  • Überlegen Sie, wo es eine Unterkunft gibt, falls eine Evakuierung angeordnet wird.

  • Persönliche Vorsorgemaßnahmen überprüfen und ergänzen (Batterieradio, Notbeleuchtung, Notvorrat, Dokumentenmappe, Notgepäck)

  • Weitere Selbstschutzvorsorgen treffen (Dichtmaterial, Sandsäcke, Schaltafeln, Räumwerkzeug, Tauchpumpe, regenfeste Kleidung, Stiefel etc.).

  • Gefährdete Räume ausräumen. Feuchtigkeitsempfindliches Inventar bzw. Elektrogeräte erhöht stellen. Türen, Fenster, Garageneinfahrten und Lichtschächte abdichten.

  • Heizöl-Tank gegen Aufschwimmen sichern (an der Wand verankern oder mit Ballast beschweren). Überprüfen Sie Hausentwässerungsanlagen und Rückstauklappen.

  • Haupthähne und Schalter für Gas, Wasser, Strom abdrehen! (Achtung: Tiefkühltruhe)

  • Tiere rechtzeitig aus der Gefahrenzone bringen. Entfernen Sie Fahrzeuge aus gefährdeten Garagen und Parkflächen.


Während des Hochwassers:

  • Meiden Sie die Uferbereiche von Bächen und Flüssen!

  • Bleiben Sie im Haus und suchen Sie sichere Bereiche auf (z.B. Obergeschoss)!

  • Beachten Sie die Zivilschutz-Sirenensignale, ORF-Mit- teilungen und Lautsprecherdurchsagen.

  • Befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte!

  • Notgepäck und wichtige Dokumente bereithalten!

  • Vorsicht, in Kellern und Tiefgaragen besteht Lebensgefahr!

  • Befahren Sie keine überfluteten Straßen. Auch als sicher angesehene Verkehrswege können Lebensgefahr bedeuten. Die Gewalt des Wassers nicht unterschätzen!

  • Bei Rettungsversuchen immer auf die Eigensicherung achten.

Zur Vermeidung von Sturmschäden:

  • Mindestens einmal jährlich Dach und Kamin auf lose Ziegel, schlecht befestigte Bleche und dergleichen überprüfen lassen, Blitzschutzanlagen, Antennen und ähnliches müssen ebenso sicher befestigt sein.

  • Hohe, ältere, eventuell morsche Bäume in der Nähe von Gebäuden rechtzeitig durch neue Bepflanzung ersetzen.

  • Ersatz-Dachziegel oder Dachpaletten bzw. Folien zur temporären Vermeidung von Nässeschäden im Schadensfall vorrätig halten.

  • Wetterwarnungen und behördliche Informationen beachten.


Bei einem drohendem Sturm:

  • Kinder zu sich rufen und beaufsichtigen.

  • Gegenstände im Außenbereich sichern.

  • Fahrzeuge, wenn möglich, in geschützte Bereiche bringen.

  • Schützende Räumlichkeiten aufsuchen - und unbedingt dort bleiben.

  • Fenster und Türen schließen, Rollläden, Markisen etc. einholen.

  • Unterwegs: Abstand zu Gebäuden, Bäumen etc. halten.

  • Im Auto: Vorsicht beim Überholen und an exponierten Stellen.

  • Verhaltensmaßnahmen der Behörden (Radio) beachten.


Nach einem Sturm:

  • Weiter aktuelle Informationen verfolgen.

  • Mindestabstand von 20 m bei am Boden liegenden oder abgerissenen Stromleitungen beachten, den Schaden melden.

  • Haus/Wohnung auf Sturmschäden überprüfen und mit Fotos dokumentieren - Schaden unverzüglich melden.

  • Lebensmittel - ein auf die persönlichen Essgewohnheiten abgestimmter Vorrat für ein bis zwei Wochen. Baby- und Diätnahrung nicht vergessen (Futter für Tiere).

  • Getränke - mindestens 2 -3 Liter pro Person und Tag (Mineralwasser, Fruchtsäfte)

  • Hygieneartikel - Seife, Waschmittel, Shampoo, Zahnputz- zeug, Küchenrolle, WC-Papier, Camping-WC

  • Batterieradio - der ORF sendet im Krisenfall laufend die wichtigsten Informationen. Ein Batterie- oder Kurbelradio darf in keinem Haushalt fehlen. Reservebatterien nicht vergessen!

  • Notbeleuchtung - Taschenlampen, Reservebatterien, Solar- und LED-Leuchten, Kerzen, Teelichter, Zündhölzer

  • Kochen ohne Strom - mit einer Fonduegarnitur oder einer Notkochstelle (Brennpaste). Im Freien kann auch ein Griller oder Campingkocher zum Einsatz kommen.

  • Verbandsmaterial, Hausapotheke - Arzneimittel, lebenswichtige Medikamente (Insulin,..), Kaliumjodid-Tabletten

  • Notgepäck - Bekleidung, Ausweise, Geld, Wertsachen, Medikamente, Hygieneartikel, Taschenlampe, Verbandsmaterial, Decke (Schlafsack), SOS-Kapsel für Kinder, ...

  • Dokumentenmappe - Familienurkunden (Geburts-, Heirats- urkunde,...), Einkommensbescheinigungen, Fahrzeugpapiere, Sparbücher, Versicherungspolizzen, Verträge

  • Wenn es kalt wird - Decken, ein Schlafsack und warme Bekleidung helfen auch dann, wenn keine alternative Heizmöglichkeit - wie etwa einen Holzofen - vorhanden ist.

  • Feuerlöscher, Löschdecke und funktionstüchtige, überprüfte Rauchmelder

  • Klebebänder - zum Abdichten von Fenstern und Türen

Notgepäck

Als Folge einer Katastrophe kann es notwendig sein, die Wohnung für längere Zeit zu verlassen. Für den Fall einer Evakuierung sollten ein paar wichtige Gegenstände immer griffbereit vorhanden sein.

  • Bekleidung

  • Ausweise

  • Geld

  • Wertsachen

  • Medikamente

  • Hygieneartikel

  • Kinder-Spielzeug

  • Decke (Schlafsack)

  • Verbandsmaterial

  • Batterieradio, Reservebatterien

  • Dokumentenmappe

  • Verpflegung

  • Trinkflasche und –Becher, Essbesteck, Dosenöffner

  • Taschenlampe


Dokumentenmappe

Dokumente in einer Mappe sammeln, schafft nicht nur Ordnung, sondern hilft auch, diese wichtigen Unterlagen im Notfall (z.B. Brand, Naturkatastrophe) schnell zu retten, wodurch man sich viele Laufereien und Kosten erspart.

  • Familienurkunden (Geburts-, Heirats-, Sterbeurkunden)

  • Einkommens- und Pensionsbescheinigungen

  • Sparbücher

  • Versicherungspolizzen

  • Zeugnisse, Verträge, Grundbuchauszüge, Testament, u.ä.

Für Kinder sollte zusätzlich ein Täschchen, das um den Hals getragen werden kann, bereitliegen, der einen Zettel mit Namen, Anschrift und Blutgruppe enthält.