Leistbare Wohnungen: Stadt gründet eigenen Bauträger
Stadtplanungsreferent Vizebürgermeister Ronald Rabitsch, Beteiligungsreferentin Stadträtin DI Constance Mochar und Wohnbau- und Wohnungsvergabereferent Vizebürgermeister Patrick Jonke stellten gemeinsam mit Gerhard Scheucher (Geschäftsführer „Klagenfurt Wohnen“) den neue, stadteigene Wohnbaugesellschaft vor. Foto: StadtKommunikation
Klagenfurt hat das Potenzial, auf stadteigenem, gewidmetem Grund bis zu 1.300 Wohnungen zu errichten. Das ergab eine Nachverdichtungs-Studie der Stadtplanung, in Auftrag gegeben von „Klagenfurt Wohnen“. „Dieses Ergebnis war für uns ein klarer Auftrag, für die Klagenfurterinnen und Klagenfurter eine positive Veränderung im Bereich leistbares Wohnen herbeizuführen“, so Vizebürgermeister Patrick Jonke, Vizebürgermeister Ronald Rabitsch und Stadträtin DI Constance Mochar in einer gemeinsamen Pressekonferenz heute, Mittwoch, im Klagenfurter Rathaus. Als nächster Schritt gründet die Stadt daher einen Bauträger. So kann man – wie eine gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft – eigenständig Kredite für die Finanzierung aufnehmen und Gemeindewohnungen bauen.
In Zeiten, in denen im Privatimmobilienbereich für 50-Quadratmeter-Wohnungen um die 900 Euro Miete verlangt werden, gelte es rasch entgegenzusteuern, so die Stadtpolitiker unisono. Zuzüglich Strom und Heizung übersteigen die Wohnkosten das Haushaltsbudget vieler Menschen bei weitem. „In die Bundes- und Weltpolitik, sowie bei steigenden Energie- und Ölpreisen können wir als Stadt nicht eingreifen; Was wir sehr wohl können, ist aktiv mehr Wohnraum zu schaffen, den sich die Klagenfurterinnen und Klagenfurter leisten können“, so Wohnbau- und Wohnungsvergabereferent Patrick Jonke.
„Städte wie Linz mit 50 Prozent gemeinnützigem Wohnungsangebot sind uns ein Vorbild“, ergänzt Vizebürgermeister Rabitsch. „Klagenfurt hat derzeit ein Angebot von 6 Prozent Gemeindewohnungen und 19 Prozent Genossenschaftswohnungen, diese Quote gilt es zu erhöhen, um die Mietpreise in Klagenfurt zu regulieren.“
“Mit der Stadt als Bauträger profitieren auch heimische Wirtschaftsbetriebe, die in die Projekte einbezogen werden. Die Stadt selbst erzielt á la longue durch Mieten Einnahmen”, sagt Finanz- und Beteiligungsreferentin Stadträtin DI Constance Mochar.
„Das alles lässt sich natürlich nur verwirklichen, wenn wir seitens des Landes auch mit entsprechender Wohnbauförderung ausgestattet werden“, appelliert Vizebürgermeister Jonke, der bereits „positive Signale aus der Landesregierung vernommen hat“.
Die Übertragung des Eigenbetriebes „Klagenfurt Wohnen“ in die neue Klagenfurter Wohnbaugesellschaft (GmbH & Co KG) erfolgt am 30. Juni 2026.
Bereits geplante Wohnprojekte und Sanierungsvorhaben könnten somit in absehbarer Zeit in Angriff genommen werden. Grundstücke aus der Nachverdichtungsstudie werden derzeit nach Bebauungseignung beurteilt und werden ebenfalls sukzessive für leistbaren Wohnbau verwendet werden.
