Luftgüte

Mit „Sehr gut“ bewertete die Umweltschutzorganisation Greenpeace die Luftqualität in Klagenfurt im “Landeshauptstädte Ranking 2020”. Die EU-weiten Grenzwerte zum Schutz menschlicher Gesundheit und die im österreichischen Immissionsschutzgesetz festgelegten Grenzwert werden in der Landeshauptstadt deutlich unterschritten.

Auch die Feinstaubbelastung ist vergleichsweise gering. Das geht auf verschiedenste Maßnahmen wie die Zunahme von Fernwärmeanschlüssen, die Erneuerung alter Heizungssysteme, verbesserte Filtertechnik bei Autos und Industrieanlagen, die Erneuerung des alten Fernheizkraftwerkes, regelmäßige Straßenreinigungen oder die Erneuerung der städtischen Busflotte zurück. Damit zählt Klagenfurt zurecht zu den führenden Landeshauptstädten im Bereich der Luftqualität.

Abteilung Klima- und Umweltschutz

Bahnhofstraße 35
9010 Klagenfurt am Wörthersee

+43 463 537-4886umweltschutz@klagenfurt.at

Feinstaub ist ein Thema, das fast alle europäischen Städte betrifft. Klagenfurt hat durch mehrere Projekte mit EU-Finanzierung Vorbildcharakter bei den Maßnahmen gegen Feinstaub – dadurch konnte in den letzten Jahren eine deutliche Reduktion bei den Feinstaubwerten erreicht werden. Als Feinstaub wird eine Mischung aus Stoffen mit unterschiedlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften, die im Durchmesser kleiner als 10 μm sind, bezeichnet. Die Partikel können über den Kehlkopf bis tief in die Lunge gelangen und sind daher besonders gesundheitsschädlich. Ursache  für die Feinstaubbelastung sind die Industrie, der Straßenverkehr mit Dieselfahrzeugen und die Aufwirbelung von Straßenstaub, ebenfalls als belastend gelten Kamin- und Holzheizungen.

Was ist Feinstaub?

Feinstaub, auch PM10 (=particulate matter) genannt: jene Teilchen, deren Durchmesser weniger als 10 μm (10μm=0,01 mm) beträgt. Feinstaub ist so klein, dass er mühelos in unsere Lungen gelangen kann. Mögliche Folgen sind Erkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislauf-Systems.

Entstehung von Feinstaub

Feinstaub entsteht bei Produktions- und Verbrennungsprozessen (z. B. Verkehr, Heizung, Ruß), durch chemische Umwandlung aus anderen Luftstoffen, durch Abriebsprozesse (z.B. Bremsen, Bodenerosion) sowie bei weiteren natürlichen Prozessen (z.B. Aufwirbelung).

Grenzwerte

EU-weit wurde 2001 mit Messungen begonnen und Grenzwerte festgesetzt. Es gibt 2 Grenzwerte, den Jahresmittelwert und die Anzahl an Überschreitungstagen (größer als 50μg/m3) pro Kalenderjahr. Nach der EU-Luftqualitätsrichtlinie sind 35 Überschreitungstage pro Jahr zulässig, der österreichische Grenzwert liegt bei max. 25 Überschreitungen des Tagesmittelwertes. Beim Jahresmittelwert liegt der Grenzwert in Österreich und der EU bei 40μg/m3. Die Feinstaubwerte sind seit Beginn der Messungen deutlich gesunken. Alle Stationen liegen derzeit unter den Grenzwerten. 

Der Grund liegt einerseits in der Zunahme von Fernwärmeanschlüssen, der Erneuerung alter Heizungssysteme, der verbesserten Filtertechnik bei Kfz und Industrieanlagen, der Erneuerung des alten Fernheizkraftwerkes und andrerseits den geänderten klimatischen Bedingungen. Die Feinstaubwerte sind stark abhängig von den Wetterverhältnissen (Wind, Inversionswetterlagen; Luftfeuchtigkeit…). So gab es z.B. 2014 ein besonders niederschlagreiches Jahr im Winter ohne einem einzigen Überschreitungstag an allen Stationen, dafür war z.B. 2016 wieder ein klimatisch ungünstigeres Jahr mit einer kalten, trockenen Winterepisode, das dem Trend entgegenwirkte.  

 

Messungen

Zusätzlich zu den fixen Messstationen des Landes werden drei Messstationen für Feinstaub von der Stadt betrieben.

Station Völkermarkterstraße: verkehrsnah, "Hotspot" in Klagenfurt und Referenz für die maximale Belastung. Betreiber: Land Kärnten 
Station Sterneckstraße: geringer Verkehr, städtischer Hintergrund, Betreiber Land Kärnten 
Station A2 Nordumfahrung: liegt direkt an der Autobahn, Referenz für die schadstoffabhängige Verkehrsbeeinflussungsanlage (Tempo 100), Betreiber Land Kärnten 
Station Hörtendorf: ländliche Hintergrundstation, keine direkte Schadstoffquelle, zur Beurteilung der regionalen Hintergrundbelastung, Betreiber Stadt Klagenfurt

Trend der Feinstaubbelastung

Überblick zu den Maßnahmen gegen Feinstaub in Klagenfurt:

Informationen zu den Feinstaub-Projekten CMA+, PM-Minter, KAPA GS und SPAS

Stickstoffdioxid (NO2)

Beim Tagesmittelwert sind 80 μg/m3 als Zielwert festgelegt. Dies ist kein Grenzwert, jedoch ist ein möglichst kleiner Wert an „Überschreitungen“ des Ziels zum Schutz der Gesundheit und Vegetation erstrebenswert. Der Grenzwert beim Jahresmittelwert von Stickstoffdioxid liegt bei 40 μg/m3 (EU) und in Österreich bei 30 μg/m3. Der EU und der Österreich Grenzwert ist beim Jahresmittelwert derzeit bei allen Stationen unterschritten! Verursacher ist mit über 70 % der lokale Kfz-Verkehr. Der abnehmende Trend ist auf die Erneuerung der Fahrzeugflotte und die strengeren Abgasnormen (Euro 5 und 6) zurückzuführen.

Hier finden Sie die aktuellen Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Werte für die Landeshauptstadt. Die Abteilung 8 – Umwelt, Naturschutz und Klimaschutzkoordination des Landes Kärnten weist täglichen einen Luftgütebericht aus.

Ihr Kontakt

Dr. Wolfgang HAFNER

Abteilung Klima- und Umweltschutz

Abteilungsleiter, Smart City, ÖV, Luftreinhaltung, IPAK GmbH, KMG, EU-Projekte

Amtsgebäude Bahnhofstraße
Bahnhofstraße 35 / 2. Stock / Zimmer: 217 / 9020 Klagenfurt am Wörthersee

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